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		<title>DIE LINKE.</title>
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		<description>Meldungen der LINKEN</description>
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		<lastBuildDate>Tue, 07 Sep 2010 09:49:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Den Opfern Namen und Gesicht geben</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/den-opfern-namen-und-gesicht-geben/</link>
			<description>Am 4. September 2010 jährte sich zum ersten Mal die Bombardierung, bei der in der afghanischen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bundesregierung und Bundestag hatten zuvor den Vorschlag der Fraktion DIE LINKE. abgelehnt, den Opfern dieser Bombardierung ein würdiges Gedenken im Bundestag zu bereiten.
Als der Anwalt vieler Angehörigen der Opfer von Kundus, Karim Popal, am 4. September 2010 in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche anfing zu reden, waren die Tage um den 4. September 2009 wieder präsent.
Noch am Morgen hatte er mit Angehörigen der Opfer von Kundus telefoniert. Er übermittelte ihre Botschaften und berichtete wie die Bombardierung das Leben der Familien in den betroffenen Dörfern zerstört hatte.
Aufgerufen, sich zu erinnern hatte ein zu Bündnis aus Friedensbewegungen und –Organisationen, Attac, der Partei DIE LINKE und Teilen der Grünen.
Es war ein eher stiller Abend. Die Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE, Christine Buchholz und Jan van Aken, sowie der Abgeordnete der Grünen, Hans-Christian Ströbele, sprachen über ihren Besuch in Kundus Anfang Februar des Jahres, über ihre Gespräche mit Hinterbliebenen und Überlebenden. Dr. Modjadjdi, Vorsitzender des Vereins für Afghanistan-Förderung e. V., betete auf Arabisch und Deutsch für die Opfer des Krieges. Angelika Claußen von der IPPNW sprach über das Thema Traumatisierung und Krieg. Muslimische und Christliche Redner forderten genauso wie die Vertreter der Friedensbewegung das Ende des Krieges.]]></content:encoded>
			<category>International</category>
			<category>Afghanistanabzug</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 09:49:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Zum Atomkompromiss und zur Integrationspolitik der Bundesregierung</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/zum-atomkompromiss-und-zur-integrationspolitik-der-bundesregierung/</link>
			<description>Statement von Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, auf der Pressekonferenz im Berliner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wir haben in der Bundesrepublik ständig Wahlen. Am Wochenende fand auch eine Wahl statt, die Wahl um das Bürgermeisteramt auf der Insel Helgoland. Ich bin sehr froh, dass unsere Kandidatin für das Bürgermeisteramt, Felicitas Weck, in die Stichwahl gekommen ist. Sie hat über 30 % der Stimmen erreicht. Das ist natürlich ein hervorragendes Ergebnis. Wenn wir uns Wahlergebnisse in Ost und West anschauen, ist das eigentlich eher ein Ost-Ergebnis, aber Helgoland liegt ja bekanntlich nicht im Osten Deutschlands. Wir werden bis zur Stichwahl am 26. September selbstverständlich Felicitas Weck in ihrem Kampf um das Bürgermeisteramt auf Helgoland unterstützen. Das war natürlich auch eine der erfreulichen Nachrichten, die wir heute gemeinsam in der Sitzung des geschäftsführenden Parteivorstandes mit den Landesvorsitzenden besprochen haben. Das sind Ergebnisse, an denen sich unsere Partei orientieren kann.
Zweiter Punkt: Wir werden auch den Herbst nutzen, um uns gegen das Einknicken der Bundesregierung gegenüber den Energiekonzernen, gegenüber der Atomlobby zur Wehr zu setzen. Ich will für uns nochmal klar feststellen, dass diese Bundesregierung eine Regierung ist, die vor den Lobbyisten, die vor den Konzernen auf den Knien rutscht. Das Einknicken vor den Atomkonzernen ist absolut inakzeptabel. Bei der Atomenergie handelt es sich nicht nur um eine veraltete Risikotechnologie, sondern um Energieform, die vom Staat hoch subventioniert ist. Wenn darüber gesprochen wird, Atomstrom sei billig, dann ist das eine glatte Fehldarstellung. Der Atomstrom wird in hohem Maße von der öffentlichen Hand subventioniert. Auch dem werden wir uns im Herbst entgegenstellen. Wir werden im Bundestag alle unsere Möglichkeiten nutzen, um dieses Einknicken der Bundesregierung vor der Atomlobby darzustellen und dagegen vorzugehen. Ich gehe davon aus, dass andere politische Mehrheiten in Deutschland auch dazu beitragen werden, einen Schlussstrich unter diese veraltete Technologie zu ziehen. Sie ist gefährlich. Sie ist nicht akzeptabel. Es ist ein wichtiges Anliegen der LINKEN, klarzumachen, dass es bei dem Kampf gegen die Atomenergie nicht nur um ein umweltpolitisches sondern auch um ein soziales Thema geht. Das ist unser Blickwinkel darauf: Die Atomenergie ist für die Konzerne hochsubventioniert, teuer ist sie für die Abnehmerinnen und Abnehmer. Wir haben übrigens als LINKE, als Zusammenschluss unserer Bundestags- und Landtagsfraktionen, am Wochenende in Hamburg eine Konferenz durchgeführt, wo wir uns genau mit diesem Thema im Detail befasst haben.
Dritter Punkt, den ich hier ansprechen möchte, die weiteren Auseinandersetzungen um die Integrationspolitik: Hat Herr Sarrazin eine wichtige Debatte angestoßen oder nicht? Diese Frage wird ja jetzt gerne aufgeworfen. Ich finde, wir müssen als LINKE uns ganz klar dagegenstellen, dass soziale Gruppen gegeneinander ausgespielt werden. Wir dürfen auch nicht so tun, als handle es sich hier um ein „Problem Sarrazin“. Ich will an die unsäglichen Äußerungen von Bundesaußenminister Guido Westerwelle, den FDP-Vorsitzenden, erinnern, der von spätrömischer Dekadenz sprach. Hier werden Lunten gelegt anstelle einer wirklichen konkreten Politik. Wir brauchen Angebote für Menschen, damit sie sich in dieser Gesellschaft integrieren, in entsprechenden Positionen verwirklichen können. Wir brauchen gute Beispiele statt Hetze. Wir brauchen aktive Arbeits- und Ausbildungsangebote. Wir brauchen z.B. ein Integrationsgesetz, wie es hier in Berlin von Senatorin Carola Bluhm vorgelegt wurde. Ein Integrationsgesetz, mit dessen Hilfe Menschen unterstützt und begleitet werden sollen, die nicht in der Bundesrepublik geboren sind. Damit sollen sie gezielt angesprochen werden, um z.B. im Öffentlichen Dienst zu arbeiten und als Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden, um entsprechende Vorbildfunktionen ausüben zu können. Wir als LINKE haben natürlich eine besondere Herausforderung, weil gerne versucht wird, sozial schlechter gestellte Menschen gegeneinander auszuspielen. Dieses Spiel werden wir nicht mitmachen.]]></content:encoded>
			<category>Pressekonferenz</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 09:29:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Schwerpunkte der LINKEN im &quot;Heißen Herbst&quot; </title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/schwerpunkte-der-linken-im-heissen-herbst/</link>
			<description>Statement von Klaus Ernst, Vorsitzender der Partei DIE LINKE, auf der Pressekonferenz im Berliner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Einen schönen guten Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren, es freut mich, dass Sie sehr großes Interesse an uns haben. Ich habe ja schon gemerkt, dass die einen oder anderen unter Ihnen sehnsüchtig meine Rückkehr erwartet haben. Ich habe es jedenfalls den Zeitungen entnommen. Deshalb freut es uns natürlich, dass Sie die Gelegenheit hier wahrnehmen.
Meine Damen und Herren, wir haben uns heute mit einem Vorschlag beschäftigt, der die Regelungen der Finanzen der Partei, insbesondere die Vergütung für Hauptamtliche betrifft. Wir haben dazu zwei Vorschläge unterbreitet. Die Vorschläge gehen auf meine Initiative zurück. Das möchte ich ausdrücklich nochmal betonen. Der erste betrifft die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die sich mit dieser Frage beschäftigt. Diese Arbeitsgruppe wird sich aus Mitgliedern des Vorstandes und Vertretern der Länder zusammensetzen. Wir werden diesen Vorschlag dem Parteivorstand, der im September tagt, so unterbreiten.
Zweitens: Wir haben darüber diskutiert, dass wir künftig Bezüge von Partei oder Fraktion – wenn die Beschlusslagen der Partei vorhanden sind - jeweils entweder nur in der Fraktion oder in der Partei zum Tragen kommen, aber nicht beides. Das ist der Vorschlag, den wir heute auch mit unseren Landesvorsitzenden diskutiert haben. Wir werden auch diesen Vorschlag unserem Parteivorstand entsprechend unterbreiten.
Ich habe den Eindruck, der eine oder andere von Ihnen erwartete ein Tribunal. Da muss ich Sie leider enttäuschen. Das Tribunal hat nicht stattgefunden. Im Gegenteil. Es wurde mir auch in dieser Sitzung, aber auch schon in vorhergehenden Beratungen die breite Solidarität der Partei entgegengebracht. Bei vielen ist der Eindruck entstanden, hier wird eine Kampagne gegen DIE LINKE gefahren. Es ist klar, dass nicht ich als Person, sondern insbesondere auch die Partei dadurch getroffen werden sollte.
Meine Damen und Herren, an einem Punkt möchte ich Ihnen das erläutern, weil es mich wirklich sehr amüsiert hat: Ich habe in der Zeitung im Juli gelesen, dass mich nur 28 % der Leute kennen. Dann habe ich festgestellt, dass der FOCUS geschrieben hat, dass aber 62 % der Deutschen mich als Parteichef für untragbar halten. Das hat mich dann doch ein bisschen gewundert, wie diese Zahlen zustande kommen. Wenn mich die Leute nicht kennen, dann können sie auch nicht dafür sein, dass ich aufgebe. Insofern wurde mir an diesem Beispiel nochmal deutlich, was denn da ein stückweit vielleicht auch der Hintergedanke war.
Wir jedenfalls als LINKE haben uns heute neben dieser Frage vor allen Dingen mit Politik beschäftigt. Wir haben uns zu folgender Vorgehensweise entschieden: Wir werden heute Nachmittag mit den Landesvorsitzenden unserer Partei nochmal besprechen, wie wir den Herbst gestalten wollen und welche Schwerpunkte wir politisch in diesem Herbst setzen. Ein wesentlicher Punkt wird sein, dass wir gegen das unsoziale Kürzungspaket der Bundesregierung mit der gesamten Partei mobilisieren, auch auf der Straße. Mit diesem Programm, das die Bundesregierung auflegt, werden die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere diejenigen, die wenig Geld haben, ganz besonders von Kürzungen betroffen sein. Auf der anderen Seite – Sie wissen das – schont man die Atomkonzerne.
Wir werden eine Kampagne gegen die Kopfpauschale und die Zwei-Klassen-Medizin organisieren. Das ist der zweite Schwerpunkt in diesem Herbst. Wir werden – und das liegt mir auch persönlich besonders am Herzen – bei der Rente am 67 unsere Positionen deutlich machen. Die Sozialdemokratie hat ihre Position verändert. Das ist aus unserer Sicht unzureichend. Aber zumindest merkt die SPD nun, dass so, wie sie es vorgeschlagen hatte, absolut unmöglich ist, die Leute bis 67 arbeiten zu lassen.
Diese Einsicht freut uns. Die SPD geht damit auf uns zu. Sie verändert ihren Kurs. Wir sagen auch: Ohne DIE LINKE hätte sie ihren Kurs nicht verändert. Wir werden bei dieser Frage weiter am Ball bleiben und in diesem Punkt eng mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten, um tatsächlich die Rente erst ab 67 zu verhindern. Wir werden die Gewerkschaften bei ihren Lohnkämpfen unterstützen. Ich möchte ausdrücklich sagen: Wir stehen an der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es ist nicht akzeptabel, dass in der Krise, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezahlen mussten, Kurzarbeit immer auch Einkommensverluste bedeuten .Nun, da es offensichtlich in eine andere Richtung geht, sollten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder nicht an der sich verändernden wirtschaftlichen Situation beteiligt werden. Wir unterstützen dabei die Gewerkschaften, wenn es um vernünftige Lohnerhöhungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht. Wir werden – das ist der fünfte Punkt für unseren Herbst – den Kampf für mehr Steuergerechtigkeit führen. Wir wollen die Einnahmeseite des Staates verbessern und nicht, wie das die Bundesregierung gegenwärtig plant, durch Kürzungen, insbesondere bei den Sozialschwachen, die Haushalte sanieren. Da haben wir eine andere vernünftige Vorstellung, die wir mit allem Nachdruck im Herbst in den Bundestag einbringen werden. Das sind unsere Schwerpunkte, die wir heute im Geschäftsführenden Parteivorstand gemeinsam mit den Landesvorsitzenden unserer Partei diskutieren. Wir werden sie dann auch entsprechend in der Vorstandssitzung unserer Partei in der zweiten Hälfte im September einbringen.]]></content:encoded>
			<category>Pressekonferenz</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 09:28:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Sarrazin und Sparpaket treiben Spaltung der Gesellschaft voran</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/sarrazin-und-sparpaket-treiben-spaltung-der-gesellschaft-voran/</link>
			<description>Statement der Parteivorsitzenden der LINKEN, Gesine Lötzsch, im Berliner Karl-Liebknecht-Haus:</description>
			<content:encoded><![CDATA[Meine Damen und Herren, bei der Bundesbank wird heute entschieden, wie mit Herrn Sarrazin verfahren werden soll. Wir als LINKE sind der Auffassung, dass die Entlassung von Herrn Sarrazin unbedingt notwendig ist. Der Bundespräsident hat ja auch schon zu erkennen gegeben, dass er diese Auffassung ebenfalls vertritt. Das Ansehen der Bundesbank kann nur wieder hergestellt werden, wenn Herr Sarrazin dort nicht mehr als Vorstand wirken kann. <br /><br />Für uns ist es besonders wichtig, auch über die Umstände seiner Entlassung genau informiert zu sein. Wir können nicht akzeptieren, Herrn Sarrazin einen goldenen Handschlag als Abschied mitzugeben - einen golden Handschlag aus Steuermitteln und Bundesbankmitteln bezahlen zu lassen. Herr Sarrazin wird jetzt schon mit Hilfe der BILD-Zeitung zum Millionär. Ich denke, irgendwelche zusätzlichen Tantiemen für ihn wären völlig inakzeptabel. <br /><br />Vieles, was jetzt an Kritik an Herrn Sarrazin geäußert wird, ist – so glaube ich – nicht ganz ehrlich, denn Herr Sarrazin ist ja nicht nur durch sich allein in diese Position gekommen. Er ist von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands als Bundesbankvorstand vorgeschlagen worden und mit Hilfe der CDU bestätigt worden. Alle, die ihn für diese Position vorgeschlagen haben, sollten sich vielleicht fragen, was sie bei dieser Personalentscheidung falsch gemacht haben. Schließlich waren die Positionen von Herrn Sarrazin im Vorfeld bekannt. Es muss natürlich überlegt werden, wie in Zukunft solch wichtige Posten wie im Bundesbankvorstand besetzt werden können. DIE LINKE hat vorgeschlagen, ein transparentes parlamentarisches Verfahren zu wählen. Das würde unserer Meinung nach nicht die Unabhängigkeit der Bundesbank infrage stellen. <br /><br />Im Zusammenhang mit der Kritik an Sarrazin fällt mit auf, dass viel zu wenig über das Haushaltsbegleitgesetz diskutiert wird. Man könnte sagen, das Haushaltsbegleitgesetz trägt den Geist und die Handschrift von Herrn Sarrazin. Das, was er an sozialer Spaltung in unserer Gesellschaft vorantreiben will, wird mit dem Haushaltsbegleitgesetz Realität. Ich darf Ihnen nur ein Beispiel nennen, wie Schäuble und Merkel sich diese soziale Spaltung und ihre Vertiefung vorstellen. Ich wähle das Beispiel Elterngeld: Alleinerziehende, die arbeitslos sind, müssen maximal mit einem Verlust von 32% ihres Einkommens rechnen, bzw. in jedem Fall von mindestens 20% ihres Einkommens. Stellen Sie sich einmal vor, irgendjemand von uns würde verlangen, Herr Ackermann sollte sein Einkommen um 20% gekürzt bekommen. Welch ein Aufschrei gebe es da. Wir sind da bescheidener. Wir wollen endlich die Millionärssteuer in Höhe von 5%. Aber das Haushaltsbegleitgesetz, das ja Ausdruck der Planung der Bundesregierung unter Führung von Frau Merkel und Herrn Schäuble ist, sieht eine Null-Prozent-Beteiligung der Höchstverdienenden vor. Das ist für uns als LINKE nicht akzeptabel.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			<category>Streichpaket2010</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:36:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ein Verfahren zur Abberufung von Thilo Sarrazin einleiten </title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/ein-verfahren-zur-abberufung-von-thilo-sarrazin-einleiten/</link>
			<description>Katja Kipping, stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, hat in ihrer Eigenschaft als...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Sehr geehrter Herr Professor Weber,
mit wachsender Empörung lese ich die täglichen Entgleisungen ihres Vorstandskollegen Thilo Sarrazin in der BILD-Zeitung. Als Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag ist es für mich unerträglich, wenn Migrantinnen und Migranten und Erwerbslose mit pauschalen Vorurteilen öffentlich diffamiert werden. Herr Sarrazin schadet damit dem Ansehen der Bundesrepublik und auch dem Ansehen der von Ihnen geleiteten Bundesbank. Herr Sarrazin verbreitet menschenverachtende Thesen, die dazu geeignet sind, den sozialen Frieden in Deutschland zu gefährden. Politikerinnen und Politiker aus vielen Parteien haben mittlerweile die Eignung von Herrn Sarrazin für einen Vorstandsposten in der Bundesbank in Frage gestellt.
Die Bundesbank als Institut und auch Sie selbst sind, obwohl durch keine demokratische Wahl legitimiert, in der Vergangenheit immer wieder mit Politikempfehlungen an die Öffentlichkeit getreten. Umso mehr überrascht jetzt Ihr tagelanges Schweigen zum Treiben Ihres Vorstandskollegen. Es ist nicht zu leugnen, dass Herr Sarrazin fortgesetzt gegen den Ethik-Kodex Ihres Instituts, indem es für Vorstände heißt, sie müssten sich &quot;jederzeit in einer Weise verhalten, die das Ansehen der Bundesbank und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesbank aufrecht erhält und fördert&quot;.
Ich bitte Sie daher darum, schnellstmöglich ein Verfahren zur Abberufung von Herrn Sarrazin einzuleiten und Ihre Haltung zu den Thesen Ihres Vorstandskollegen Sarrazin öffentlich darzulegen. Die Vorgänge um Herrn Sarrazin sind nicht nur aus meiner Sicht ein Prüfstein für die Selbstreinigungskräfte der Bundesbank. Die Ausstattung mit weitreichenden Befugnissen bei weitgehender Unabhängigkeit von operativen Einflüssen aus dem politischen Raum ist für die Bundesbank mit der Übernahme einer großen Verantwortung übernommen. Die Beibehaltung dieser Privilegien hängt auch davon ab, ob die Bundesbank dieser Verantwortung in vollem Umfang gerecht wird. Als Ausschussvorsitzende werde ich mich in den kommenden Monaten für eine gesetzliche Neuregelung der Besetzung von Vorstandsposten in der Bundesbank einsetzen. Ein parlamentarisches Anhörungsverfahren in den Ausschüssen ist nach meiner Auffassung künftig unerlässlich.
Mit freundlichen Grüßen
<i>Katja Kipping</i>]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 15:28:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>DIE LINKE ist bereit für einen heißen Herbst</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/die-linke-ist-bereit-fuer-einen-heissen-herbst/</link>
			<description>Statement von Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, auf der Pressekonferenz im Berliner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Guten Tag, ich werde mich zu sechs Punkten äußern: erstens zur Energiepolitik der Bundesregierung, zweitens zu den Äußerungen von Herrn Sarrazin und den gesellschaftlichen Reaktionen darauf, drittens zum Urteil des Verfassungsgerichtes in Schleswig-Holstein und den Schlussfolgerungen daraus, viertens zu den Diskussionen um die Steuerpolitik, fünftens zu den Vorbereitungen auf die Herbst-Proteste und sechstens zu meiner Auslandsreise in der vergangenen Woche nach Skandinavien.
Zum ersten Punkt. Der Bundesregierung wurde ein Gutachten zur Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke vorgelegt. Dieses Gutachten ist ein Gefälligkeitsgutachten. Die Bundesregierung hat es bestellt. Bestellt wurde es bei einem Institut, das Finanzierungen nicht nur aus der Bundeskasse erhält, sondern auch, wie wir alle schon gehört haben, von Energiekonzernen, also von E-ON und von RWE. Ich finde, dieses Gutachten ist ein Fall für den Bundesrechnungshof. Ich befürchte, die Bundesregierung muss erst ein deutsches Tschernobyl erleben, bevor sie sich von ihren Atomträumen trennt. Wir wollen das verhindern. Wir fordern, dass alle unsicheren Atomkraftwerke sofort abgeschaltet werden. Wichtig ist, dass die Subventionierung des Atomstromes sofort beendet wird. Aus unserer Sicht ist die Atomtechnologie keine Brückentechnologie, sondern eine Risikotechnologie, unsicher und teuer. Die Energiewende ist schaffbar bis zum Jahr 2050. Man muss nur die entsprechenden Beschlüsse fassen.
Der zweite Punkt, Thilo Sarrazin: Thilo Sarrazin ist ja seit etlichen Jahren immer wieder auffällig geworden durch Äußerungen, mit denen er Menschen beleidigt. Er hat jetzt eine neue Stufe erklommen. Er verbreitet rassistische und antisemitische Hetzparolen. Hier sind vor allen Dingen zwei Spieler im gesellschaftlichen Leben besonders gefordert. Zum ersten muss die Bundesbank ein Verfahren einleiten, um Herrn Sarrazin abzulösen. Wenn die Bundesbank und der Vorstand unter der Führung von Professor Weber hier nicht tätig werden, werden auch die Reputation, der Ruf, und die Möglichkeiten der Bundesbank infrage gestellt. Ich will das ganz deutlich sagen: Es kann nicht zugelassen werden, dass die Bundesbank ein Endlager für ausrangierte Politiker wird. Ein weiterer Spieler, der tätig werden muss, ist die SPD. Ich kann der SPD nur raten, Herrn Sarrazin nicht aufzufordern, die SPD zu verlassen, sondern ihn wirklich auszuschließen. Aber gleichzeitig muss sich die SPD auch die Frage stellen, wie es möglich war, dass ein Mann wie Thilo Sarrazin, der sich nicht zum ersten Mal so geäußert hat, wie am Wochenende oder der vergangenen Woche und auch heute bei der Vorstellung des Buches, wie es möglich sein konnte, dass ein solcher Mann in der SPD eine derartige Karriere macht.
Der dritte Punkt: Das Verfassungsgericht in Schleswig-Holstein hat heute die Beschwerden gegen die letzte Landtagswahl in Schleswig-Holstein entschieden. Die Beschwerde der LINKEN wurde leider abgelehnt. Die Grünen und der SSW haben Recht bekommen. Wir schätzen das folgendermaßen ein: Erstens war das Verfahren natürlich absolut notwendig, um hier zu einer Rechtsicherheit zu kommen. Dem Landtag ist vom Verfassungsgericht aufgegeben worden, so schnell wie möglich ein neues Wahlgesetz zu verabschieden, das auch Rechtsicherheit schafft. Diese Variante ist – so glaube ich – nur die zweitbeste, denn wir sind sehr enttäuscht darüber, dass bis zur Neuwahl, die erst bis 2012 stattfinden muss, der Landtag so zusammengesetzt bleibt, dass er nach der heutigen Rechtsprechung eben nicht rechtmäßig zusammengesetzt ist. Es ist klar und deutlich festzustellen: Schwarz-Gelb hätte nach dieser Gesetzgebung, keine Mehrheit mehr im Landtag, und wir als LINKE sind natürlich daran interessiert, dass es in Schleswig-Holstein eine andere Mehrheit gibt.
Viertens zur Steuerpolitik der SPD, die im Augenblick in der Partei sehr intensiv diskutiert wird: Ich sage ganz deutlich, dass wir den Kurswechsel der SPD in der Steuerpolitik für richtig halten. Genauso wie bei den Diskussionen um die Rente ab 67 haben wir den Eindruck, dass die SPD beginnt, aus den Fehlern ihrer Regierungszeit zu lernen und dass sie sich in Positionen wie Rente und Steuern auf DIE LINKE zubewegt. Allerdings denke ich auch zurück an das Jahr 1998. Damals hatte die SPD eine Gesellschaft mit mehr Gerechtigkeit beschlossen. Gehandelt wurde anders: Die Agenda 2010, an deren Auswirkungen unsere Gesellschaft zu tragen hat, wurde beschlossen. Der Spitzensteuersatz wurde um 11 Prozent gesenkt und damit Konzerne und Superreiche massiv entlastet.
Alle Probleme, die wir heute haben, z.B. auch die Probleme der Unterfinanzierung der Kommunen haben damit zu tun, dass die SPD in ihrer Regierungszeit eine derartige Steuerreform beschlossen hat. Wir als LINKE fordern eine grundlegende Steuerreform für ein einfaches sozial gerechtes Steuersystem, das die Handlungsfähigkeiten von Bund und Kommunen sichert.
Und zum Thema Bankenabgabe, das hier hineingehört, kann man nur sagen: Würden wir das Modell, das Obama für die USA vorgeschlagen hat, in Deutschland anwenden, hätten wir 12 Milliarden Euro mehr in der Kasse. Das ist genau das, was den Kommunen für die Finanzierung von Schwimmbänden, Krankenhäusern und Kindergärten fehlt.
Fünfter Punkt, die Vorbereitung der Proteste gegen die Kürzungspakete der Bundesregierung im Herbst: Wie Sie wissen, hatten wir ja gerade die Beratung des Geschäftsführenden Parteivorstandes. Wir haben sehr erfreut zur Kenntnis genommen, dass sich der Vorsitzende des DGB, Herr Sommer, sehr deutlich dafür ausgesprochen hat, im Herbst Protestaktionen zu organisieren. Wir als LINKE begrüßen das ausdrücklich, und wir werden uns mit unseren Mitgliedern und Sympathisanten an diesen Protesten beteiligen. Die Vorbereitung und die Mobilisierung haben wir den Sommer über schon begonnen. Der Parteivorstand hat mit allen Kreisverbänden der LINKEN in allen Bundesländern Kontakt aufgenommen. Bei uns wird der Schwerpunkt gegen das Kürzungspaket der Bundesregierung, gegen die Kopfpauschale und die Zwei-Klassen-Medizin, gegen die Rente erst ab 67 und natürlich – das ist ja eines unserer Kernthemen – gegen Hartz IV für die Überwindung der Agenda 2010 sein. Wir wollen endlich mehr Gerechtigkeit in diesem Land, und wir hoffen, dass wir gemeinsam mit den Gewerkschaften einen Beitrag dazu leisten können.
Sechster und letzter Punkt: Ich habe in der vergangenen Woche meine erste Auslandsreise als Parteivorsitzende unternommen. Ich hatte mir vorgenommen, Länder zu besuchen, in denen es Parteien gibt, die mit uns erstens sehr eng zusammenarbeiten und zweitens Erfahrungen in der Regierungsarbeit haben, entweder auf der nationalen Ebene oder sich auf die Regierungstätigkeit vorbereiten. Ich war in Schweden, wo am 19. September 2010 Wahlen sind. Dort ist für mich sehr beeindruckend gewesen, dass die Sozialdemokraten mit der mit uns befreundeten Linkspartei und der Grünen-Partei bereits vor dem Wahltermin ein gemeinsames Regierungsprogramm verhandelt haben, das in hohem Maße auch die Handschrift der Linkspartei, trägt. Auf der Grundlage dieses gemeinsamen Regierungsprogramms wird der Wahlkampf sehr erfolgreich geführt. Interessant war für mich zu hören, dass es in Schweden Versuche gab, eine derartige Initiative ohne die Linkspartei zu gründen. Aber auf Druck –insbesondere- von Gewerkschaften wurde erreicht, dass die Linkspartei von vornherein Mitglied in dieser möglichen Regierungskonstellation ist.
In Dänemark ist unsere Partnerpartei die Links-Grüne-Partei. Dort habe ich erlebt, dass es bereits einen gemeinsamen Vertrag für einen Wahlkampf gibt und die Programme gemeinsam vertreten und vertrieben werden. Das ist etwas, das es in Deutschland nicht gibt. Mit Blick auf den Wähler ist dieses Vorgehen sehr deutlich und genau. Man weiß vorher, was man wählt. Es ist nicht so, dass die Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgeben und die Parteien entscheiden hinterher, in welche Koalition sie gehen.
In Norwegen ist die rot-grüne-Partei die Sozialistische Linkspartei. Ebenso wie in Dänemark gibt es dort keine Grünen-Partei. Sie ist bereits in der zweiten Wahlperiode in der Regierung. Auch hier haben wir eine enge Zusammenarbeit vereinbart.
Die letzte Station war der Besuch in den Niederlanden. Hier gibt es ein Erstarken der Rechtspopulisten. Ich glaube, auch hier können wir als deutsche LINKE sehr viel mitnehmen, wie man sich mit dem auseinandersetzt und versucht, das Erstarken der Rechtspopulisten zu verhindern. Es besteht die Gefahr, dass es eine Regierung geben wird, die von der Wilders-Partei toleriert wird. Natürlich tut unsere Partnerpartei alles dafür, um so eine Konstellation zu verhindern.
Vielen Dank.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 16:49:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Vier-in-Einem-Perspektive&quot;</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/vier-in-einem-perspektive/</link>
			<description>Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, auf der Frauenpolitischen Konferenz...</description>
			<content:encoded><![CDATA[50 Männer kämpfen zurzeit mit großen Anzeigen in Zeitungen und Illustrierten für lebenserhaltende Maßnahmen für eine sterbende Dinosaurier-Technologie – die Atomkraft. Hatten die Atombosse keine einzige Frau gefunden, die eine solche Anzeige unterzeichnen wollte? Oder sind sie nicht einmal auf die Idee gekommen, eine Frau zu fragen? Wer bezahlt eigentlich diese doppelseitigen Anzeigen in Spiegel, Stern und FAZ? Zahlen es die Atom-Bosse aus ihrer eigenen Tasche? Wohl kaum! Nein, die Kosten für diese Anzeigen zahlen alle Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stromrechnung. Stellt euch vor, 50 werdende Mütter wollten mit einer ähnlichen Anzeigen-Kampagne gegen die Streichung des Elterngeldes für arbeitslose Mütter protestieren – wem sollten sie die Kosten in Rechnung stellen? Dieses Beispiel zeigt exemplarisch, wie ungleich die Möglichkeiten in unserer Gesellschaft verteilt sind, sich an politische Entscheidungen in diesem Land zu beteiligen.
Die Demokratie leidet nicht nur unter den herrschenden unfähigen Politikern, sondern auch an der ungleichen Verteilung des Reichtums in unserem Land. Wer das nötige Kleingeld hat, schaltet Anzeigen, beschäftigt Lobbyisten und Anwälte, um seine Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen. Wem das nötige Kleingeld fehlt, der hat nicht annähernd die gleichen Chancen, dass seine Stimme im Bundestag oder Kanzleramt gehört wird. Politik wird nicht mehr gewählt, sondern bestellt, besonders gern bei der FDP. Die FDP nenne ich seit der Mövenpick-Spende nur noch Mövenpick-Partei. Zur Erinnerung: Die FDP, aber auch die CSU, bekamen von dem Eigentümer der Mövenpick-Hotel-Kette eine Groß-Spende. Daraufhin wurde der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 7 Prozent gesenkt.
<b>Frauen und Demokratie</b>
Die Teilhabe von Frauen an der Demokratie ist ein Gradmesser für die Reife einer Demokratie. Ich habe den Eindruck, dass in den letzten 10 Jahren Frauen verstärkt aus demokratischen Prozessen heraus gedrängt wurden. Dabei geht es mir nicht in erster Linie um die Teilnahme an Wahlen oder die Möglichkeiten in Parteien und Gewerkschaften mitzuwirken. Es geht um die Verteilung von Arbeit und Reichtum! Der Ex-Kanzler Schröder erklärte auf dem Weltwirtschaftsforum 2005 stolz: &quot;Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.&quot; Wenn er den Sektor so toll findet, warum hat er sich nicht dort einen Job gesucht? In diesem Niedriglohnsektor arbeiten besonders viele Frauen, die von ihrer Hände Arbeit nicht leben können. Sie müssen als sogenannte &quot;Aufstocker&quot; zum Amt gehen, um ihren und den Lebensunterhalt ihrer Kinder zu sichern. So sieht der beste Niedriglohnsektor Europas aus! Die Zahl der prekär Beschäftigten nimmt dramatisch zu. Das hat direkte Auswirkungen auf unsere Demokratie! Prekäre Beschäftigung heißt auch prekäre Mitbestimmung! Welche Leiharbeiterin und welche Minijobberin wird denn in ihrem Unternehmen aufmucken, wenn ihr bei der leisesten Kritik die Kündigung droht? Für Minijobber und Leiharbeiter ist das Risiko arbeitslos zu werden um ein Vierfaches höher als bei befristeten Vollzeitbeschäftigten. Jeder kennt das Beispiel von der Kassiererin Emmely. Ihr wurde angeblich wegen eines nicht abgerechneten Flaschenbons im Wert von 1,30 € fristlos gekündigt. Der Pfandbon war nur ein Vorwand für die Kündigung. Der eigentliche Grund war ihre Teilnahme an einem Verdi-Streik, dafür wurde sie abgestraft. Die Signale der Arbeitgeber sind eindeutig: Die Demokratie hat in der Wirtschaft nichts zu suchen, wer aufmuckt fliegt! Es gibt zahlreiche Bagatellkündigungen, die zeigen, mit welcher brutalen Rücksichtlosigkeit einige Arbeitgeber ihre Beschäftigten behandeln, die für sie Jahrzehnte hart gearbeitet haben. DIE LINKE ist die einzige Partei im Deutschen Bundestag, die sich nicht mit einer demokratiefreien Wirtschaft abfindet!
Wir haben die Agenda 2010 immer wieder kritisiert und bekämpft, weil sie Menschen ausgrenzt, in Armut stürzt und demütigt. Doch wir müssen sie mindestens genauso vehement kritisieren und bekämpfen, weil sie ein Angriff auf unsere demokratische Grundordnung ist! Die Agenda 2010 ist ein Angriff auf die Demokratie in unserem Land! Aus beiden Gründen fordert die LINKE die vollständige Abwicklung der Agenda 2010! DIE LINKE duldet keine demokratiefreien Räume! Wir wollen nicht nur eine demokratisch kontrollierte Umverteilung des Reichtums, wir wollen auch eine demokratisch kontrollierte Produktion, doch davon sind wir in unserem Land noch weit entfernt. Warum dürfen uns vier Stromkonzerne vorschreiben, welcher Strom produziert und an uns verkauft wird? Das muss sich ändern. Doch es wird ganz sicherlich nicht durch diese Bundesregierung geändert. Diese Bundesregierung ist bisher vor jeder Lobby eingebrochen, egal ob Hotel-, Banken-, Rüstungs- oder Stromlobby. Wenn die Kanzlerin eine freiwillige Selbstverpflichtung der Atomkonzerne als Gegenleistung für die Verlängerung der Atommeiler fordert, dann ist das eine bedingungslose Kapitulation!
Aber auch SPD und Grüne haben noch nicht erkannt, dass eine demokratische Kontrolle der Produktion nicht durch das Verhalten der Konsumenten zu ersetzen ist. Gegen Monopole sind auch Konsumenten machtlos! Wir wollen die Strommonopole entmachten und die Stromnetze als Teil der gesellschaftlichen Infrastruktur wieder in die Hände der ganzen Gesellschaft legen.
<b>Frauen und Aufschwung</b>
Der Export boomt, die Auftragsbücher sind voll und die Krise ist schon fast vergessen. Was keine Frau verstehen kann, dass egal ob wir eine Krise haben oder einen Aufschwung erleben, die Frauen immer weniger Lohn bekommen als die Männer. Der Aufschwung ist für Frauen immer flacher als für Männer, dafür trifft die Krise Frauen meist heftiger als die Männer. Warum verdient eine Grafikdesignerin 28,9%, eine Verkäuferin 23,3% und eine Bankkauffrau 21% weniger als ihre männlichen Kollegen? Warum wollte die Bundesregierung die Opel-Männer-Arbeitsplätze retten, die Karstadt-Frauen-Arbeitsplätze aber nicht? DIE LINKE fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit! Der aktuelle Aufschwung ist die beste Gelegenheit, um die Lohnangleichung durchzusetzen. Das Volkseigentum, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, hat gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,3% zugenommen. Jedoch stieg das Arbeitnehmerentgelt nur um 2,5%, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen aber um 21,9%. Die Angleichung der Löhne und Gehälter von Frauen und Männer, ist also sofort möglich, wenn man die Lohnsumme auf Kosten der Unternehmensgewinne erhöht und gerecht verteilt. Das wäre eine lohnende Aufgabe für die Kanzlerin, die erste Frau in diesem Amt. Dazu muss sie nur Unternehmensgewinne und Vermögen gerecht besteuern.
<b>Frauen und Krise</b>
Ist es nicht erstaunlich, dass keiner mehr über die Krise reden will. Vor der Finanzkrise haben Medien jeden Tag sogenannte Experten und Politiker befragt, wie man die Arbeitslosen endlich dazu bekommt, jede Arbeit anzunehmen. Dann wurde auf dem Höhepunkt der Finanzkrise etwas über die Banker und Spekulanten geschimpft, doch das hielt sich in Grenzen. Professor Sinn warnte davor, dass man die Banker nicht so behandeln sollte wie Hitler die Juden behandelt hat. Ein unglaublicher Ausfall. Und Herr Sinn sitzt immer noch in jeder zweiten Talkshow! Ich weiß nur, dass bisher kein einziger Banker für die größte Finanzkrise in der Geschichte der Bundesrepublik wirklich ernsthaft juristisch zur Verantwortung gezogen wurde. Es gibt auch keinen einzigen Banker, der mit einer Verdachtskündigung seinen Arbeitsplatz verloren hätte, so etwas passiert in der Regel nur Kassiererinnen oder Pflegerinnen, aber nicht Bankern, die eindeutig das Vertrauen ihrer Kunden und Arbeitgeber missbraucht haben. Warum werden eigentlich Banker von der Justiz besser behandelt als Kassiererinnen? Viele Menschen haben das Gefühl, dass unsere Justiz mit unterschiedlichen Maß misst: Die Pflegerin, die 6 Maultaschen nicht in den Müll wirft, sondern mit nach Hause nimmt, wird gefeuert, der Banker, der Milliarden verspekuliert, kann mit weiteren Bonuszahlungen rechnen. Früher hätte man dazu Klassenjustiz gesagt. Die Banken sollen nach Auffassung der Bundesregierung eine Bankenabgabe von 1,2 Mrd. Euro zahlen.
Dieses Geld soll allerdings nicht dazu dienen, den volkswirtschaftlichen Schaden, den die Banken verursacht haben, auszugleichen, sondern soll als Zwangsversicherung für die Banken eingeführt werden. Es ist ein Spekulationsfonds für Banken. Wenn sie sich verspekulieren, dann können sie auf eine Auszahlung aus dem Fonds hoffen. Die Kosten der Finanzkrise sollen jetzt arbeitslose Mütter zahlen. In Zukunft bekommen sie kein Elterngeld mehr. Sie werden damit 20% ihres Einkommens verlieren! Stellt euch vor, DIE LINKE würde fordern, dass Herr Ackermann auf 20% seines Einkommens verzichten soll, wir würden nur Hohngelächter ernten. Nein, wir sind bescheiden, wir wollen nur eine fünfprozentige Millionärssteuer. Damit könnten Herr Ackermann, Herr Zumwinkel und Frau Springer immer noch sehr gut leben. Dann kommt immer das Argument, dass die arbeitslose Mutter von Transferleistungen lebt und Herr Ackermann sein Geld in der freien Wirtschaft verdienen muss. Nein, auch Herr Ackermann und seine Spekulantenfreunde leben von Transferleistungen. Nur durch staatliche Interventionen konnte das Bankensystem und zwar einschließlich der Deutschen Bank gerettet werden.
Keiner redet mehr über die Verantwortung der Banken, alle reden über Chipkarten für arme Kinder. Das ist eine zynische Diskussion. Alle Kinder könnten ein Instrument lernen oder in einem Sportverein Fußball spielen, wenn nicht diese Bundesregierung die Kommunen aushungern würde. Die Kommunen haben ein strukturelles Defizit von 12 Mrd. Euro. Wenn wir eine Bankenabgabe nach dem Obama-Modell in Deutschland einführen würde, dann hätten wir jährlich 12 Mrd. Euro, die wir den Kommunen zur Verfügung stellen könnten. Übrigens in Berlin-Lichtenberg, der Bezirk in dem ich wohne und direkt in den Bundestag gewählt wurde, kann jedes Kind ein Instrument erlernen, egal ob es arm oder reich ist. Das hat die Bürgermeisterin Christina Emmrich (DIE LINKE) trotz knapper Kassen durchgesetzt. Auch wenn Frau von der Leyen vorgibt, immer das Beste für die armen Kinder zu wollen, das Ergebnis wird sein, dass wir eine große und teure Chipkartenbürokratie haben werden und arme Kinder stigmatisiert werden. Wir brauchen einfach ausfinanzierte Schulen, in denen die Kinder gemeinsam länger zusammen lernen. Ich bin dafür, dass Banker und Spekulanten einen Teil ihrer Boni in Bildungsgutscheinen ausgezahlt bekommen. Sie sollen mit diesen Gutscheinen die Möglichkeit erhalten, eine andere, ihnen völlig unbekannte Welt kennenzulernen, in Sozialprojekten mitzuarbeiten, um ihr Sozialverhalten grundlegend zu verändern!
<b>Frauen und die Rente</b>
Die SPD will auf ihrem nächsten Parteitag die Rente ab 67 diskutieren. Das ist gut und richtig! Die SPD hat erkannt, dass die Niederlage bei der letzten Bundestagswahl ganz wesentlich auf die Rentenkürzung zurückzuführen ist. Die Idee, die Rentenkürzung – die Rente ab 67 ist nichts anderes – erst dann einsetzen zu lassen, wenn mindestens 50% der 60 bis 64jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, ist ein Kompromiss, der nachgebessert werden muss, wenn die SPD in Bezug auf DIE LINKE koalitionsfähig werden will. Es ist nicht einzusehen, warum die 50%, die dann keine sozialversicherungspflichtige Arbeit haben, mit einer Rentenkürzung bestraft werden sollen. Problematisch finde ich es auch, dass die SPD das Rentensystem an die Konjunktur koppeln will. Ein Rentensystem darf man nicht zum Spielball der Märkte machen. Die Rente muss stabil und sicher sein. Das geht nur, wenn man das Rentensystem nicht an die Konjunkturzyklen koppelt. Die LINKE fordert die vollständige Revision der Rente ab 67! Zahlen aus dem Jahr 2007 zeigen, dass wir uns schon sehr bald auf Altersarmut einstellen müssen. Ein Mann aus den alten Bundesländern, der 2007 in den Ruhestand gegangen ist und aus einer stabilen Beschäftigung kam, bekommt im Durchschnitt eine monatliche Rente von 1028 Euro. Ein Mann aus den neuen Bundesländern, der 2007 in den Ruhestand gegangen ist und aus der Übergangsarbeitslosigkeit kam, bekommt im Durchschnitt eine monatliche Rente von 800 Euro. Eine Frau aus den neuen Bundesländern, die 2007 in den Ruhestand gegangen ist und aus der Langzeitarbeitslosigkeit kam, bekommt im Durchschnitt eine monatliche Rente von 726 Euro. Ich sage das deshalb, weil immer wieder der Eindruck vermittelt wird, dass die Renten in den neuen Bundesländern viel höher wären als in den alten Ländern. In den alten Ländern bekommt eine Rentnerin trotz einer fünf Jahre längeren Lebenserwartung im Schnitt 77.000 Euro weniger als ein männlicher Ruheständler.
Wer sich also die aktuellen Zahlen anschaut, der muss sich die Frage stellen, was die Rente ab 67 für die zukünftigen Rentner bedeutet. Ich kann es nicht verstehen, dass die Grünen, trotz der aktuellen Situation vieler Rentner, weiterhin an der Rente ab 67 Jahren festhalten. Sie fordern immer wieder Generationengerechtigkeit. Doch Generationengerechtigkeit wird es nur geben, wenn es endlich Verteilungsgerechtigkeit gibt. Übrigens, Top-Manager dürfen früher in Rente: Für die Vorstände der großen DAX-Konzerne beginnt die Rente häufig schon mit 60 Jahren. Das geht aus einer Untersuchung des Vergütungsexperten Heinz Evers im Auftrag der Hans- Böckler-Stiftung hervor. Kennen Sie eine Frau im Vorstand in einem DAX-Konzern? Wenn es doch eine Frau geben sollte, dann mache ich mir um sie auch keine Sorgen, Sorgen mache ich mir vor allem um die Frauen, die Kinder groß ziehen keine Arbeit finden können. Sie sind schon jetzt häufig von Armut betroffen und werden – wenn es nach den Plänen der Bundesregierung geht – auch in Altersarmut leben. DIE LINKE sieht nur einen Weg zu guten Renten – gute Löhne! Für die Menschen, die trotzdem zu wenig verdienen, muss es eine solidarische Umverteilung im Rentensystem geben.
<b>Frauen und DIE LINKE</b>
Mit 37,1% hat DIE LINKE den höchsten Frauenanteil aller im Bundestag vertretenen Parteien. Wenn es stimmt, was ich am Anfang gesagt habe, dass die Teilhabe von Frauen an der Demokratie ein Gradmesser für die Reife einer Demokratie ist, dann ist die LINKE auf dem richtigen Weg. Im Osten sind wesentlich mehr Frauen (44,2%) in der Partei als im Westen (24,9%). Ich hätte gern gewusst, warum das so ist, vielleicht könnt ihr mir das erklären. In der Bundestagsfraktion sind mehr als die Hälfte der 76 Abgeordneten Frauen, das kann sich wirklich sehen lassen. Trotzdem sind wir noch nicht zu frieden. Gerade in den Kreisvorständen haben wir einen beträchtlichen Mangel an guten Frauen. Wenn ich Frauen frage, warum sie sich nicht in unserer Partei engagieren, dann höre ich oft das Zeitargument aber auch Kritik an der Parteikultur. Diese Kritik ist berechtigt. Ich sage immer, dass wir die besten Vorschläge der Welt machen können, wie wir uns eine gerechte, kulturvolle und solidarische Gesellschaft vorstellen, wenn wir selbst nicht gerecht, nicht kulturvoll und nicht solidarisch sind. Ich bin mir sicher, dass mit mehr Frauen in unserer Partei, all diese Probleme zu lösen sind. Ich habe einen Parteiaufnahmeantrag immer dabei, wer möchte kann also gleich heute in die Partei DIE LINKE eintreten. Übrigens ist der Frauenanteil in der Partei in Bremen seit 2007 von 27,5% auf 29,8% gestiegen. Bis zur Bürgerschaftswahl am 22. Mai sollten wir noch viele Menschen für die Partei gewinnen. Vielleicht können wir uns dann über ein gutes Wahlergebnis und über viele neue Mitglieder freuen. Doch Frauen soll nicht nur in unsere Partei eintreten, weil wir eine bessere Partei werden wollen, wir brauchen viele Frauen, um die Rechte der Frauen in dieser Gesellschaft durchzusetzen. Es passiert in unserem Land nur das, was wir gemeinsam zulassen! Wir lassen immer noch zu viel zu, weil wir schlecht organisiert sind und viel zu viel Zeit dafür verwenden, um Probleme innerhalb der Partei zu lösen. Ich war gerade bei unseren holländischen Genossen der SP. Sie haben die Regel, dass nur ein Drittel der Zeit für interne Probleme und zwei Drittel der Zeit für praktische Parteiarbeit genutzt werden sollen. Wenn wir diese Regel bei uns einführen, dann können wir dieses Land grundsätzlich in unserem Sinne verändern.
Mancher fragt sich, warum soll er oder sie in die DIE LINKE eintreten und nicht in die SPD oder bei den Grünen? Bei der Bundestagswahl 2002 flog die PDS als Fraktion aus dem Bundestag.  Nur Petra Pau und ich waren noch als direkt gewählte Abgeordnete im Bundestag vertreten. In dieser Legislaturperiode wurde die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze beschlossen. Diese Agenda hätte es wohl nie gegeben, wenn es in dieser Legislaturperiode eine starke Linke im Bundestag gegeben hätte. Ich sage immer, die LINKE ist die Bewährungshelferin von SPD und Grünen. Damit die Beiden nicht in den grausigen Neoliberalismus zurückfallen, bedarf es einer starken linken Partei in Deutschland.
Zum Schluss möchte ich mich bei euch für die Einladung und die Aufmerksamkeit bedanken. Ich wünsche euch allen viel Erfolg bei der Bürgerschaftswahl im nächsten Jahr, aber was noch wichtiger ist, ich wünsche euch viel Erfolg bei der Umsetzung der Ziele, die direkt das Leben der Menschen verbessern, es friedlicher, gerechter, solidarischer und kulturvoller macht!]]></content:encoded>
			<category>Frauenpolitik</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 10:29:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Strommonopole bedrohen die Demokratie</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/strommonopole-bedrohen-die-demokratie/</link>
			<description>Pressestatement von Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE</description>
			<content:encoded><![CDATA[Einen schönen guten Tag, am Montag habe ich mich auf der Pressekonferenz schon zur Frage Energiepolitik der Bundesregierung geäußert. Meine Prognose war, dass die Bundesregierung wieder vor der Lobby einknicken wird, denn sie ist bisher vor jeder Lobby eingeknickt. Die sogenannte Energiereise von Bundeskanzlerin Merkel zeigt, dass sie bereits in dieser Woche vor der Atomlobby eingeknickt ist. Wir haben viele Worte über die sogenannte Selbstverpflichtung gehört. Die Erfahrung besagt, dass Selbstverpflichtungen der Wirtschaft kein Pfefferling wert ist. Es gibt Selbstverpflichtungen auf vielen Gebieten, auf dem Gebiet des Umweltschutzes, der Energieeinsparung. Es gibt Selbstverpflichtungen auf dem Gebiet des Bankenwesens. Ich habe vor geraumer Zeit der Bundesregierung die Frage gestellt, wer diese Selbstverpflichtung kontrolliere. Niemand kontrolliert die Selbstverpflichtung. Niemand hat einen Überblick darüber. Augenscheinlich hat die Bundesregierung auch kein Interesse daran, dass eine Selbstverpflichtung kontrolliert wird. Also eine Selbstverpflichtung zu akzeptieren, wäre ein Einknicken vor der Atomlobby und würde keines der Probleme lösen.
Zweitens möchte ich der These entgegentreten, dass Atomstrom besonders preiswert oder billig wäre. Eine anerkannte wissenschaftliche Studie hat berechnet, dass in den letzten 58 Jahren für die direkte und indirekte staatliche Förderung der Atomenergie fast 165 Milliarden Euro ausgegeben wurden. Das heißt, jede Kilowattstunde wurde staatlich mit 3,9 Cent im Interesse der Atomkonzerne subventioniert. Eigentlich müssten diese Kosten noch ganz anders berechnet werden. Erinnern Sie sich an die vielen Polizeieinsätze zur Bewachung von Castortransporten. Hier sind enorme Kosten entstanden, und auch Katastrophenschutzmaßnahmen sind in diesen Kosten nicht drin. Im Jahr 2009 haben wir alle über Wirtschafts- und Finanzkrise gesprochen. Davon nicht betroffen waren die Energiekonzerne, die Atomkonzerne. Sie haben im Krisenjahr 2009 Gewinne von 18 Milliarden Euro eingefahren. Das ist eine gigantische Summe.
Wir als LINKE sind der Auffassung, dass eine Laufzeitverlängerung auf keinen Fall mehr Energiesicherheit bringen, sondern ganz im Gegenteil die Unsicherheit erhöhen würde.
Nun werden heute Energieszenarien vorgelegt, die die Bundesregierung über das Wochenende prüfen will. Ich will aber darauf hinweisen, dass es doch sehr bemerkenswert ist, dass diese Szenarien von einem energiewirtschaftlichen Institut, was in Köln ansässig ist, EWI, ausgearbeitet wurden. Das EWI hat in den letzten fünf Jahren jährlich 4 Millionen Euro Grundförderung von Atomkonzernen erhalten, also in dem Fall von E.ON und RWE. Aber selbst dieses Auftragsgutachten, an dem die Konzerne direkt quasi über die Finanzierung mitwirken konnten, zeigt, dass es keine guten Argumente für die Verlängerung von Laufzeiten von Atomkraftwerken gibt.
Wir als LINKE befürworten die Brennelemente-Steuer. Wir denken, dass die 2,3 Milliarden Euro, die in den Haushalt aus dieser Steuer fließen sollen, nur die untere Grenze darstellen können. Wir warnen Frau Merkel davor, die Brennelemente-Steuer als Deal gegen die Verlängerung der Laufzeiten einzusetzen. Es darf keinen Deal geben: Brennelemente-Steuer, das heißt Verlängerung der Laufzeiten für die Kernkraftwerke.
Wir als LINKE sind der Auffassung, dass der Ausstieg aus der Atomenergie so schnell wie möglich erfolgen muss. Die ältesten sechs Atomkraftwerke müssen sofort vom Netz genommen werden. Krümmel und Brunsbüttel dürfen nicht weiter am Netz bleiben. Deutschland war in den letzten Jahren Stromexporteur. Jeder, der vor Stromlücken warnt, der erzählt der Bevölkerung die Unwahrheit. Deutschland ist sehr gut in der Lage, sich mit Energie zu versorgen. Die Ereignisse der letzten Tage, die Kampagne in den Medien, ich erinnere an die Anzeigenkampagne, zeigen, dass die großen Energiekonzerne so groß sind, dass sie ein riesiges Erpressungspotential haben. Von freier Marktwirtschaft, von freiem Wettbewerb ist überhaupt nichts zu sehen. Kleinere Energieversorger, wie auch Stadtwerke, die wir z.B. als LINKE sehr stark unterstützen, werden aus dem Markt heraus gedrängt. Ich sehe das übrigens auch als eine direkte Bedrohung der Demokratie. Die Parlamente in den Kommunen haben keine Chance mehr, bei dieser Übermacht zu entscheiden, wie sie ihre Bevölkerung mit Energie versorgen wollen. Es wäre – so glaube ich – an der Zeit, die Bundesregierung aufzufordern, diese absolute Übermacht zu zerschlagen. Wir brauchen eine öffentliche Kontrolle der Stromkonzerne.
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass die aktuellen Vorgänge auch ein deutliches Licht darauf werfen, wie schwach der Atomkompromiss war, der im Jahr 2005 von Rot-Grün ausgearbeitet wurde. Ein Kompromiss, der derartig einfach von den Stromkonzernen aufgekündigt werden kann, ist nichts wert. Ich denke, das ist ein weiterer Grund, um diese Monopole zu zerschlagen.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 09:59:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Verleumdungen haben keine Substanz</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/verleumdungen-haben-keine-substanz/</link>
			<description>Statement des Bundesgeschäftsführers der Partei DIE LINKE, Werner Dreibus, auf der Pressekonferenz...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Guten Tag, ich will mich zunächst auf Bayern und die von Bayern ausgehenden Themen konzentrieren. Ich habe mich in den letzten Tagen – notgedrungen – intensiv mit der Situation im Landesverband Bayern beschäftigt. Ich komme auch nach eingehender Prüfung der erhobenen Manipulationsvorwürfe zu dem eindeutigen Ergebnis: Es sind haltlose Vorwürfe, und es ist nichts anderes als ein kleiner Beitrag, der Versuch eines kleinen Beitrages, eine haltlose Kampagne gegen DIE LINKE und ihren Vorsitzenden fortzusetzen. Wir sind froh, dass in den letzten Tagen eine ganze Reihe auch von Ihnen, von Journalistinnen und Journalisten, ein bisschen genauer hingesehen haben, woher diese Verleumdungen eigentlich kommen, welche Substanz sie haben. Ich sage mal ganz allgemein: Man muss uns ja nicht lieben, aber ich finde zumindest, jeder hat die Aufgabe, ernsthaft zu fragen, ob es bei dem, was da vor einer Woche hochgekommen ist, um eine seriöse Berichterstattung geht oder vielleicht doch nur, um das Sommerloch mangels Nachrichten ein bisschen anders zu füllen.
Eine kleine Randbemerkung in dem Zusammenhang: Ich konnte einem Offenen Brief von Herrn Voß (Landesschatzmeister im Bayern) entnehmen, dass es im Landesverband Bayern eine hohe Zahl von säumigen Beitragszahlern gibt. Das prangert er an. Er sieht aber weiterhin kein Problem darin, solche unerhörten Vorwürfe zu erheben und selbst in 2008 und 2009 keinen einzigen Cent an Mitgliedsbeiträgen gezahlt zu haben, keinen einzigen Cent. Es hätte mich schon interessiert - beispielsweise in dem Gespräch mit der &quot;Süddeutschen Zeitung&quot;, das am Samstag veröffentlicht wurde - auch dazu eine Frage und eine Antwort zu hören. Sicherlich hat Herr Voß Gründe gehabt. Aber er sollte dann zumindest vorsichtig sein, Vorwürfe gegenüber anderen Mitgliedern öffentlich zu machen.
Zur Sache selbst: Wir, die Partei DIE LINKE, bemühen uns seit unserer Gründung intensiv um die Erhöhung der Beitragsmoral und des Durchschnittsbeitrages. Das ist schwierig, denn gerade in der LINKEN gibt es bekanntlich viele Mitglieder – und das ist auch gut so –, denen es finanziell nicht allzu gut geht. Die Landes- und Kreisschatzmeister beraten regelmäßig gemeinsam darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden können. Sie beraten nicht nur, sie handeln auch in Bayern, dort allerdings leider ohne den Noch-Landesschatzmeister. Er hat seit seiner Wahl an keiner dieser Beratungen teilgenommen, an keiner, oder auch nur einen tatsächlichen ernsthaften konstruktiven Beitrag seit seiner Wahl im April geleistet. Sie können sich sicherlich gut vorstellen, dass die Empörung bei den Landesschatzmeistern – im Osten wie im Westen, im Norden wie im Süden – auch bei den bayrischen Kreisschatzmeistern entsprechend groß ist. Sie, die keine einfache Arbeit machen, werden jetzt von einem beschimpft, der sich selbst davor drückt, und der sich auf ihre Kosten wichtig zu machen versucht. Diese berechtigte Empörung finde ich ganz wichtig. Das finden Sie übrigens durch alle politischen Strömungen unserer Partei. Es gibt einen weiteren sehr plausiblen Grund, warum wir die Beitragsmoral und die Durchschnittsbeiträge erhöhen müssen und wollen. Wir wollen auch weiterhin als Markenzeichen DIE LINKE unabhängig von Spenden von Banken und Konzernen bleiben, die Großanzeigen finanzieren und in Wirklichkeit nur Druck für ihre Interessen machen wollen. Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass bei uns viele Mitglieder Schwierigkeiten haben, ihren Beitrag zu entrichten. Auch Sie haben schon früher darüber berichtet und konnten dies ja auch im Bericht des letzten Parteivorstandes an den Parteitag nachlesen. Aber wir werden uns auch weiterhin nicht durch Medien und durch Noch-Landesschatzmeister vorschreiben lassen, dass wir Mitglieder, die ihren Beitrag nicht zahlen können, weil sie beispielsweise Hartz IV erhalten oder noch weniger verdienen, von heute auf morgen einfach aus der Partei werfen. Das werden wir nicht machen. Wer auf Dauer keine Beiträge bezahlen kann, wird auch weiterhin die Möglichkeit haben, sich von der Beitragszahlung befreien zu lassen. Wer hingegen einfach keine Beiträge zahlen will, muss die Partei natürlich verlassen. Daran halten wir fest, und dazu haben wir in unserer Satzung geregelte Verfahren zum Umgang mit säumigen Mitgliedern formuliert. Unser Durchschnittsbeitrag – monatlich übrigens – betrug im letzten abgerechneten Jahr 2008 10,83 € pro Mitglied und liegt damit nach Angaben der &quot;Süddeutschen Zeitung&quot; über dem aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien.
Weil es in der vergangenen Woche Pressemeldungen gab, die nicht ganz richtig waren, möchte ich Sie nochmal auf die rechtlichen Grundlagen und das Parteiengesetz verweisen. Grundsätzlich ist es Sache der jeweiligen Partei, in ihren Regelungen Bestimmungen dafür zu schaffen, ob für die Mitgliedschaft Beiträge fällig werden und ob eine Nichtzahlung von Beiträgen Konsequenzen für die Mitgliedschaft hat, an welche Voraussetzungen sie gebunden sind etc. Haben Sie sich schon mal die Mühe gemacht, sich zu erkundigen, wie das bei anderen Parteien geregelt ist? Die Grünen z.B. haben in ihrer Satzung und in ihrer Finanzordnung überhaupt keine Regelungen zu dieser Frage. Bei der FDP beispielsweise, die bekanntlich finanziell ein bisschen besser gestellt ist als wir, kann man auch nicht einfach so aus der Partei herausgeworfen werden, sondern frühestens nach einem Jahr, wenn keine Beiträge gezahlt werden. Im Übrigen muss dort ein säumiges Mitglied dreimal gemahnt werden, bevor es überhaupt ausgeschlossen werden kann. Sind das alles auch Skandale? Sind das alles auch Boten für Manipulationen von Parteitagen, von Wahlen etc.??? Und weil es hier um Bayern geht, lassen Sie uns noch einen Blick auf die CSU werfen: Dort ist zwar in der Satzung geregelt, dass ein Mitglied, das keine Beiträge zahlt, nach einem geregelten Verfahren ausgeschlossen werden kann, aber der Ausschluss kann per Beschluss des zuständigen Ortsvorstandes jederzeit verhindert werden. Ob mit dieser Regelung in der CSU Politik gemacht wird, müssen Sie Herrn Seehofer fragen, nicht mich. Aber ist diese Regelung einfach nur ein Skandal? Wird tagelang über Manipulationen in der CSU spekuliert, oder ist das nicht einfach eine innere Angelegenheit der CSU, so wie wir das bei uns als innere Angelegenheit betrachten?
Wie geht es in Bayern weiter? Der Geschäftsführende Landesvorstand in Bayern hat sich vergangene Woche mit der Sache Voß befasst und eine Reihe von Maßnahmen verabredet, die er dem Landesvorstand auf seiner nächsten Sitzung Anfang September zur Beschlussfassung vorlegen will. Dazu zählt vor allem auch die Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Rechenschaftsberichtes. Damit wird die Handlungsfähigkeit wieder voll hergestellt. Ulrich Voß hat auch an dieser Sitzung gefehlt wie im Übrigen an allen Landesvorstandssitzungen seit Mai. Unsere bayrischen Kreisschatzmeister hatten vor diesem Hintergrund bereits Ende Juli, ohne damit an die Öffentlichkeit zu gehen, ohne Gegenstimmen beschlossen, Herrn Voß zum Rücktritt aufzufordern, wenn er seinen Aufgaben auch weiterhin nicht nachkommt. Die Landesspitze wird dem Landesvorstand nun ebenfalls vorschlagen, Herrn Voß das Misstrauen auszusprechen und ihn zum Rücktritt auffordern. Auch der Geschäftsführende Parteivorstand hatte Ulrich Voß im Übrigen bereits vor dessen gezielten Indiskretion mehrfach intern aufgefordert, seinen Pflichten nachzukommen. Leider vergeblich. Da sehe auch ich inzwischen keine andere Möglichkeit mehr, als seinen Rücktritt, um die Handlungsfähigkeit des Landesverbandes so bald wie möglich wieder herzustellen. Er sollte sein Amt niederlegen, das er – insgesamt gesehen – seit seiner Wahl an keinem Tag ernsthaft angetreten hat.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			<category>Nicht Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 16:39:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bundesregierung ist bisher noch vor jeder Lobby eingeknickt </title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/die-bundesregierung-ist-bisher-noch-vor-jeder-lobby-eingeknickt/</link>
			<description>Statement von Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, auf der Pressekonferenz im Berliner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Einen schönen guten Tag, meine Damen und Herren, bevor ich zu den Punkten komme, zu denen ich politisch hier Stellung nehme, möchte ich auch diese Gelegenheit nutzen, um Herrn Frank-Walter Steinmeier und seiner Frau alles Gute für die bevorstehende Operation zu wünschen. Ich hoffe, dass es beiden dann in absehbarer Zeit wieder besser geht und dass Herr Steinmeier wieder in die Politik eingreifen und seine Frau auch ihr Leben so gestalten kann, wie sie das bisher wollte. Ich find es sehr achtenswert und wünsche beiden sehr viel Glück dabei.
Ich möchte mich heute zu folgenden Themen äußern: Erstens zur Frage der Rentendebatte in der SPD, zweitens nach den Äußerungen von Heinz Fromm, dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, ist DIE LINKE weiter zu beobachten, und drittens zu dem Agieren der Atomlobby, das haben auch einige Medien schon aufgegriffen, viertens zum Thema 100 Tage ist die neue Parteispitze der LINKEN im Amt, fünftens werde ich Sie informieren über meine erste Auslandsreise, die ich als Parteivorsitzende heute antreten werde, und sechstens wird Herr Dreibus sich zur Lage in einzelnen Landesverbänden äußern.
Zur Rentendebatte: Seit etlichen Wochen wird in der SPD darüber diskutiert, wie mit der Frage Rente ab 67 weiter umgangen werden soll. Nun gibt es, so, wie wir es vernommen haben, den Weg zu einem Kompromiss. Ich finde, jeder Schritt in die Richtung, dass der Beschluss zur Rente ab 67 zurückgenommen wird, ist ein richtiger Schritt. Allerdings muss hier noch wesentlich mehr getan werden, um auch bestimmte Zusammenhänge darzustellen. Denn die Basis für gute Renten sind gute Löhne. Darum kann ich nochmal betonen, dass ohne eine grundlegende Veränderung in unserem Lohnsystem es auch in Zukunft keine gute Basis für gute Rente geben wird. Wir brauchen also den gesetzlichen Mindestlohn, und wir brauchen natürlich auch die Situation, dass jetzt Lohnverhandlungen geführt werden und es zu vernünftigen Lohnabschlüssen kommt. Man kann nicht nur von einem Wirtschaftsaufschwung schwärmen, auch die Beschäftigten müssen etwas davon haben. Die SPD befindet sich in einem schmerzlichen Prozess der Aufarbeitung ihrer Regierungsarbeit. Wir können uns ja alle daran erinnern, dass die Rentenkürzung, denn nichts anderes ist die Rente erst ab 67, eine der Hauptursachen für die Niederlage der SPD war. Grundsätzlich finde ich den Ansatz, das Rentenalter an den Beschäftigungsgrad zu binden, nicht richtig. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Rentensystem den Schwankungen der Konjunktur ausgesetzt wird unser Rentensystem ein Spielball der Märkte wird. Wenn die SPD sich entscheidet, die Rente ab 67 zurückzunehmen, dann ist das auch ein Schritt in Richtung Koalitionsfähigkeit mit der LINKEN.
Zweiter Punkt zum Thema Verfassungsschutz: Was ist eigentlich der Sinn der Beobachtung der LINKEN vom Verfassungsschutz? Ich glaube - das muss man immer wieder hervorheben - Menschen sollen daran gehindert werden, sich für DIE LINKE zu engagieren. Menschen sollen Angst haben, bei der LINKEN entweder Mitglied zu werden oder sie öffentlich zu unterstützen. Ich denke, die Frage, ob nun Abgeordnete vom Verfassungsschutz beobachtet werden oder nicht, ist eine wichtige, die auch an die Grundfesten der Demokratie geht. Aber das entscheidende Ziel ist, dass man Menschen abhalten will, sich für DIE LINKE zu engagieren. Da lässt sich Herr From von der CDU instrumentalisieren. Das werden wir nicht hinnehmen. Ich finde, eine viel größere Bedrohung für die Demokratie ist die Tatsache, dass die Strommonopole diktieren können, was in unserem Land entschieden wird. Da sei vielleicht auch einmal die Frage erlaubt, was hier denn der Verfassungsschutz tut.
Damit leite ist zum Thema Atomlobby über: Die Atomlobby hat ja am Wochenende teure Anzeigen gegen die Brennelemente-Steuer geschaltet. Bemerkenswert ist, dass alle, die dort unterschrieben haben, sich als Vertreter einer gestrigen Auffassung geoutet haben. Interessanterweise waren das alles Männer. Keine einzige Frau hat unterschrieben. Unsere Erfahrungen besagen: Die Bundesregierung ist bisher noch vor jeder Lobby eingeknickt und auf die Knie gefallen, sei vor der Hotellobby, der Bankenlobby oder der Atomlobby. Uns fällt hier auf, dass die Stromkonzerne das Land unter sich aufgeteilt haben. Es ist auch schon einmal die Rede davon gewesen, dass sie sich wie Besatzungsmächte aufführen. Die Alternative kann nur sein, die Stromnetze zu vergesellschaften und endlich wieder eine Kontrolle und auch einen Wettbewerb zu ermöglichen.
Vierter Punkt: Der Parteivorstand ist jetzt 100 Tage im Amt. Ich darf daran erinnern, dass im Januar 2010, wie ja auch in den 20 Jahren des Bestehens der Vorgänger der LINKEN immer wieder der Untergang prognostiziert wurde. Aus meiner Sicht war der Rostocker Parteitag ein Erfolg. Es ist eine neue Parteiführung mit guten Mehrheiten ins Amt gewählt worden. Natürlich sind auch Ereignisse passiert, die nicht zu planen waren, von denen niemand vorher wusste, dass sie eintreten würden. Zum Beispiel der Rücktritt von Bundespräsident Köhler war ja nicht von der LINKEN und von keiner anderen Partei geplant. Im Gegensatz zu vielen Kommentaren, die gerne zu diesem Thema abgegeben werden, vertrete ich die Auffassung, dass bei der Bundespräsidentenwahl der LINKEN kein Schaden zugefügt wurde. Es war jedoch die Absicht, der LINKEN Schaden zuzufügen. Das Ziel war ihre Spaltung. SPD und Grüne habe versucht, uns auseinanderzubringen. Das ist misslungen, und das will ich an dieser Stelle noch einmal festhalten. Ich fand die Nominierung von Herrn Gauck einen Rückfall in alte Schröder-Zeiten. Ich glaube nicht, dass sich irgendjemand in diesem Land danach zurücksehnt. Eine weitere Niederlage, die uns prognostiziert wurde, die nun nicht eingetreten ist, ist die Frage der Arbeit unserer Landtagsfraktion und unserer Landespartei in Nordrhein-Westfalen. Im Vorfeld sind ihr viele Attribute zugeschrieben worden, die sich im Nachhinein als überhaupt nicht realitätsbezogen herausgestellt haben. Ganz im Gegenteil: Die Ziele sind umgesetzt worden. Herr Rüttgers ist abgewählt, und die Tür für eine andere Politik wurde geöffnet. Auch in der Vorbereitung der konstituierenden Sitzung des Landtages, in der Vorbereitung der Wahl von Frau Kraft zur Ministerpräsidentin in Nordrhein-Westfalen – ohne uns wäre sie nicht Ministerpräsidentin – gab es ein gutes Zusammenspiel zwischen Bund und dem Landesverband und der Landtagsfraktion. Ich hoffe, dass uns Ähnliches auch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und in Sachsen-Anhalt gelingt. Natürlich gibt es – dazu wird Herr Dreibus noch sprechen – auch in den anderen Landesverbänden, die ich jetzt nicht aufgezählt habe, die eine oder andere Diskussion. Diese nehmen wir sehr ernst. Wir werden uns in den nächsten Monaten auch darauf konzentrieren. Wichtig ist für uns als Parteivorstand, dass wir enges Verhältnis zu den einzelnen Landesverbänden haben. Ihnen ist ja bekannt, dass wir am 6. September ein Treffen mit allen Landesvorsitzenden haben. Wir haben für bestimmte Landesverbände auch Genossinnen und Genossen des Vorstandes gebeten, hier besondere Verantwortung zu übernehmen, insbesondere Professor Bierbaum im Augenblick für Rheinland-Pfalz. Wir wollen als Parteivorstand, als Geschäftsführender Vorstand, als Vorsitzende regelmäßig alle Landesverbände besuchen, den direkten Kontakt zu den Genossinnen und Genossen vor Ort pflegen. Hier im Karl-Liebknecht-Haus werden wir eine Sprechstunde nur für Basisgenossinnen und –genossen zusätzlich anbieten und auch demnächst eine Internetsprechstunde. Wir wollen also den engen Kontakt zur Parteibasis noch weiter verstärken. Und der zweite Punkt, den ich hervorheben möchte, ist unsere Vorbereitung auf den Programmkonvent am 06. November diesen Jahres. Ich kann Ihnen schon versprechen: Unsere Partei wird sich wegen des Programms nicht zerlegen. Wir haben einen Zeitplan für die Diskussion. Wir haben viele Vorschläge, auch Änderungsvorschläge, sonst müssten wir nicht diskutieren.
Fünftens: Ich werde heute Nachmittag meine erste Auslandsreise als Parteivorsitzende antreten. Ich habe mir als Ziele die Länder Schweden, Dänemark, Norwegen und am letzten Tag die Niederlande ausgewählt, weil ich mich in Skandinavien darüber informieren möchte, wie unsere Parteifreunde dort, z.B. in Norwegen, in der Regierung Erfahrungen sammeln, welche Entscheidungen sie wie treffen, wie sie mit den Themen Rente, Gesundheit, Arbeit und Bildung umgehen. Mich interessiert, wie in diesen Ländern, zu denen wir gute Beziehungen haben, solche Regierungen funktionieren. In Norwegen ist unsere Schwester-, Bruderpartei an der Regierung beteiligt. Ich werde mich dort mit der Ministerin für Kinder, Gleichstellung und Integration, die unserer Schwesterpartei angehört, treffen. In Dänemark ist ja bekanntermaßen eine andere Regierung an der Macht. Wir werden uns dort mit Vertretern der Sozialistischen Volkspartei treffen, die in der Opposition sind. In Schweden sind im September Reichstagswahlen. Die Linkspartei bereitet sich, gemeinsam mit Sozialdemokraten und den Grünen, wenn es denn reicht, wovon man berechtigterweise ausgehen kann, eine Regierung zu bilden. Letzter Punkt, die Niederlande: Dort läuft die Regierungsbildung gerade. Ich hoffe, dass ich viele Anregungen für unsere Arbeit mitbringen kann.
Abschließend will ich noch eine Anmerkung zu den 100 Tagen als neue Parteivorsitzende machen: Ich möchte mich bei den Journalisten bedanken, die kritisch und sachlich über die Partei DIE LINKE berichten und gleichzeitig auch unsere 5 Millionen Wählerinnen und Wähler über unsere Positionen zu Hartz IV, Afghanistan, Rente und Mindestlohn informiert haben und das wahrscheinlich in Zukunft auch tun werden.
Vielen Dank!]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			<category>Nicht Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 16:38:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Korrekturen im Lohngefüge vornehmen</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/korrekturen-im-lohngefuege-vornehmen/</link>
			<description>Statement von Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, auf der Pressekonferenz im Berliner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Einen schönen guten Tag, ich möchte mich heute zu sechs Punkten äußern: Erstens zur Diskussion um die Rente mit 67, zweitens zur Steuervereinfachung, drittens zum Thema Hartz IV, viertens zu den Auseinandersetzungen um die Loveparade in Duisburg, das Verhalten des Oberbürgermeisters und die Reaktion der CDU darauf, fünftens zur Diskussion über die Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke und sechstens zur Diskussion im Landesverband Bayern.
Zum ersten Punkt: Ich beobachte, wie viele von uns, sehr gespannt, wie in den Parteien, die die Rente mit 67 eingeführt haben, über deren Zukunft diskutiert wird. Ich kann nur hoffen, dass sich die Reformer in der SPD durchsetzen und auf ihrem Parteitag Voraussetzungen dafür vereinbart werden, die Rente ab 67 wieder abzuschaffen. Ich freue mich sehr, dass auch Klaus Wowereit, der hier in Berlin in einer Koalition mit der LINKEN ist, sich ganz klar gegen die Rente erst ab 67 ausgesprochen hat. Sie wissen ja alle, dass auch die Bundesregierung offizielle Statistiken veröffentlicht hat, aus denen hervorgeht, dass nur ein geringer Teil der Menschen, die die 60 überschritten hat, noch einen Vollzeitjob hat. Eine übergroße Mehrzahl, die ihr Erwerbsleben bis 65 oder 66 gestalten will, findet gar keine Arbeit. Das heißt mit anderen Worten, die Rente erst ab 67 ist eine Rentenkürzung. Ganz entscheidend ist, den Zusammenhang zwischen Löhnen und Rente herzustellen. Die Basis für eine gute Rente sind gute Löhne. Ich finde, dass die derzeitige wirtschaftliche Lage, die von einem Aufschwung gekennzeichnet ist, unbedingt dafür genutzt werden muss, um jetzt auch Korrekturen im Lohngefüge vorzunehmen. In Deutschland sind in den letzten Jahren die Löhne gesunken, nicht gestiegen. Als Basis für eine zukünftige gute Rente brauchen wir gute Löhne.
Zweiter Punkt, die Diskussion um die Steuervereinfachung: Die Bundeskanzlerin hat ankündigen lassen, sie strebe eine Steuervereinfachung an. Die Erfahrung besagt aber, dass jede Steuerveränderung im System, die als Steuervereinfachung bezeichnet wurde, nichts anderes ist als eine Steuersenkung für Reiche. Steuervereinfachung heißt also Steuersenkung für Reiche. Das ist im Augenblick wohl als kleines Trostpflaster für den Koalitionspartner FDP gedacht. Der Wiedereinzug der FDP – hätten wir jetzt Bundestagswahlen – scheint ja gefährdet zu sein. Durch diese Diskussion soll wohl die FDP am Leben erhalten werden. Wir als LINKE kritisieren, dass der Kanzlerin der Koalitionsfrieden augenscheinlich wichtiger ist als der soziale Frieden in unserem Land. Unsere Forderungen sind ganz klar: Wir brauchen eine wirkliche Jahrhundertsteuerreform. Wir wollen die Krisengewinnler und die Spekulanten so heranziehen, dass ihnen der Spaß am Spekulieren vergeht. Ich kann nochmal zusammenfassen: Wir brauchen die Millionärssteuer, die Erbschaftssteuer und endlich auch die Finanztransaktionssteuer. Ein erster Schritt von der Bundesrepublik aus hätte auch Vorbildwirkung für andere Länder.
Dritte Frage, Hartz IV: Das Bundesverfassungsgericht hat gefordert, dass die Regelsätze für Kinder neu berechnet werden. Das soll bis zum Jahresende geschehen. Wir haben den Eindruck, dass Frau von der Leyen vor allen Dingen davon ablenken will, dass die Regelsätze für Kinder zu niedrig sind, dass davon kein menschenwürdiges Leben möglich ist. Die ganze Diskussion um die Chipkarten hat vor allen Dingen die Auswirkung, arme Menschen zu kennzeichnen, sie zu stigmatisieren, zu demütigen. Es ist doch merkwürdig, je weniger Geld jemand hat, desto mehr Vorschriften sollen ihm gemacht werden. Ich finde, wir brauchen eine deutlich Verbesserung für Familien mit Kindern, aber wir brauchen auch deutlich bessere soziale Leistungen und Angebote. Ein erster Schritt wäre, dass die Bundesregierung Geld zur Verfügung stellt, um wirklich für alle Kinder, die bedürftig sind, kostenloses Schulessen anzubieten. Das wäre ein Angebot, das ohne Chipkarte, ohne Bürokratie möglich wäre. Das wäre ein erster wirklicher Schritt. Ich bin überzeugt davon, dass die Länder das sehr unterstützen und auch Möglichkeiten finden würden, andere Kinder, deren Eltern kein hohes Einkommen haben, an so einem kostenlosen Mittagessen zu beteiligen.
Vierter Punkt, Diskussion um die Laufzeit der Atomkraftwerke: Wir erleben im Augenblick eine etwas widersprüchliche Situation. Zum einen verlangen die Betreiber der Atomkraftwerke, dass die Laufzeit der Kraftwerke verlängert wird, und zum anderen haben sie gerade mit der Abschaltung dieser Kraftwerke gedroht. Die Bundesregierung will eine Brennelementesteuer einführen. Das ist eine richtige Steuer. Ich bin sehr gespannt, ob die Bundesregierung an diesem Vorhaben festhält oder ob sie sich den Lobbyisten beugt. Wir haben in den letzten Jahren sehr häufig erlebt, wie Lobbyisten eigentlich die Gesetze schreiben und wie Lobbyisten auf finanzpolitische Entscheidungen Einfluss nehmen. Das letzte Beispiel, das allen noch in Erinnerung ist, ist die Absenkung der Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen, was der FDP ja den Zusatz Möwenpickpartei eingebracht hat.
Fünfter Punkt, Loveparade in Duisburg: Ich finde, die CDU und auch ihre Vorsitzende, Frau Merkel, sollten sich sehr deutlich mit dem Oberbürgermeister von Duisburg, Herrn Sauerland, auseinandersetzen. Ich glaube, Angela Merkel als Vorsitzende dieser christlichen Partei hat die Pflicht, Herrn Sauerland aufzufordern, sein Amt zurückzugeben. Ich erwarte von dieser Partei mehr Mitgefühl mit den Opfern und weniger Nachdenken über die Pensionsansprüche von Herrn Sauerland. Die Fraktion der LINKEN im Duisburger Stadtrat hat bereits vor einiger Zeit den Rücktritt gefordert und auch die Abwahl verlangt. Die Sitzungen werden erst im September wieder aufgenommen. Aber ich versuche mir einmal vorzustellen, in Berlin hätte es am 1. Mai auch nur einen Toten gegeben. Wir hätten eine Änderung des Demonstrationsgesetzes gehabt. Wir hätten eine heftige Diskussion über Rot-Rot gehabt, und ich glaube, der rot-rote  Senat wäre nicht mehr im Amt. Alle diese Vorgänge in Berlin sind ja immer mit Vorliebe im Bundestag diskutiert worden. Ich werde meiner Fraktion im Bundestag vorschlagen, dass wir auch die Frage der Verantwortlichkeiten in Duisburg im Bundestag zur Sprache bringen.
Sechster Punkt, Diskussion um den Landesverband in Bayern: Wir haben heute im Geschäftsführenden Parteivorstand gemeinsam mit der Landessprecherin, Eva Mendel, aus Bayern diskutiert. Der Geschäftsführende Parteivorstand hat die Vorwürfe des bayrischen Landesschatzmeisters zurückgewiesen. Wir haben als Geschäftsführender Vorstand den Geschäftsführer, Werner Dreibus, gebeten, die Vorsitzende und den Vorstand in Bayern zu unterstützen, um dort zu solchen Verhältnissen zu kommen, wie sie einer Partei DIE LINKE würdig sind. Alle Spekulationen über einen nicht zustande kommenden Rechenschaftsbericht kann ich hier zurückweisen. Der Rechenschaftsbericht des Landesverbandes Bayern ist ausgearbeitet. Er liegt auch hier vor. Auch unser Schatzmeister, Raju Sharma, wird unterstützend tätig werden und dafür sorgen, dass der Rechenschaftsbericht des Landesverbandes der LINKEN Bayern ordnungsgemäß in den Gesamtrechenschaftsbericht eingeordnet werden kann. Der Rechenschaftsbericht der Gesamtpartei ist dadurch in keiner Weise gefährdet.
Dankeschön!]]></content:encoded>
			<category>Nicht Startseite</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 09:34:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Rente ab 67 ist sozialpolitisch und arbeitspolitisch widersinnig</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/rente-ab-67-ist-sozialpolitisch-und-arbeitspolitisch-widersinnig/</link>
			<description>Pressestatement des stellvertretenden Parteivorsitzenden der Partei DIE LINKE, Heinz Bierbaum, auf...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Herzlich willkommen, meine Damen und Herren,  
ich möchte heute gern zu drei Punkten Stellung nehmen, mich zu drei Themen äußern. Erstens zur aktuellen Diskussion um die Rente ab 67, insbesondere, was die Bewegung innerhalb der SPD angeht, zweitens zum Thema Afghanistan, wo es am Wochenende tragische Ereignisse gegeben hat, wie wir es leider erfahren mussten und ich möchte –drittens- zum Thema Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken Stellung nehmen.
Zunächst aber zum Thema <b>Rente ab 67</b>: Hier ist ganz offensichtlich bei der SPD Bewegung vorhanden. Das begrüßen wir, weil unsere Position zur Rente ab 67 immer eindeutig war und ist: DIE LINKE ist gegen die Rente ab 67, die wir sowohl für sozialpolitisch als auch arbeitspolitisch für widersinnig halten. Wir haben allerdings, was die SPD angeht, durchaus unterschiedliche Auffassungen.  
Es gibt immer mehr in der SPD, die Zweifel an der Rente mit 67 haben. Es gibt dort Positionen, die reichen von klarer Ablehnung, wie sich jetzt ja auch Sigmar Gabriel geäußert hat, wir finden allerdings auch Positionen wie von Herrn Steinmeier, die nachwievor an diesem Konzept festhalten wollen. Wir haben weitere Stimmen, die das Konzept korrigieren und differenzieren wollen. DIE LINKE begrüßt das, was Sigmar Gabriel im ARD-Sommerinterview gesagt hat, nämlich dass er sich deutlich gegen die Rente ab 67 ausgesprochen hat und dass er auch ein Argument aufgenommen hat, was von uns auch immer in den Vordergrund gestellt wird: Dass die Rente ab 67 faktisch eine Rentenkürzung darstellt. Gabriel hat zu Recht darauf hingewiesen, dass derzeit 65 %  der Menschen noch nicht einmal bis zum 60. Lebensjahr arbeiten, und dass es vor diesem Hintergrund eigentlich ziemlich unsinnig ist, die Rente ab 67 einzuführen.  
Herr Steinmeiner – wie wir wissen – ist da anderer Auffassung. DIE LINKE möchte nochmal klar erklären, dass wir die Rente ab 67 ablehnen und stattdessen flexible Ausstiegsmöglichkeiten vor dem 65. Lebensjahr fordern. Wir wollen eine Fortführung der Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit und einen verbesserten und abschlagsfreien Zugang zu Erwerbsminderungsrenten, damit Menschen auch sozialverträglich in den Ruhestand gehen können. Es steht ja noch eine Überprüfung bis zum Jahresende an. Wir werden, übrigens gemeinsam mit Sozialverbänden und gemeinsam auch mit Gewerkschaften, auf die Bundesregierung einwirken, dass diese Überprüfung auch passiert.  
Wir wollen uns dafür politisch einsetzen, dass die aus unserer Sicht einzig richtige Schlussfolgerung gezogen wird, nämlich die Rücknahme der Rente ab 67. Wir laden die SPD ausdrücklich dazu ein, uns dabei zu unterstützen.  

Zum <b>Thema Afghanistan</b>: Das ist ein aus unserer Sicht ausgesprochen ernstes Thema, das durch die Nachricht vom Tod der Ärzte der Hilfsorganisation IAM, darunter auch eine deutsche Ärztin, Bestürzung ausgelöst hat. Unsere Trauer gilt den Toten, und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.  
Wir möchten klar erklären, dass es nicht immer reicht, nur Mitgefühl auszudrücken, sondern dass auch Taten folgen müssen. Wer das Morden beenden will, der muss den Krieg beenden. Ein erster und wichtiger Schritt wäre aus unserer Sicht ein Waffenstillstand. Wir fordern Verhandlungen in diese Richtung, an denen aus unserer Sicht auch die Taliban beteiligt werden müssen. Daran führt wohl kein Weg vorbei. Ich möchte noch einmal ausdrücklich unterstreichen, dass im Interesse der afghanischen Bevölkerung, im Interesse der zivilen Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer, aber auch im Interesse der deutschen Soldatinnen und Soldaten die Bundeswehr sofort aus Afghanistan abgezogen werden muss.
Das dritte Thema, zu dem ich einige Ausführungen machen möchte, ist das Thema <b>Laufzeitverlängerung der AKWs</b>: Heute Morgen konnte ich einem Artikel mit der Überschrift „AKW geht der Treibstoff aus“ aus der „Frankfurter Rundschau“ entnehmen, dass das Uran knapp wird, etwas, was bisher kaum in der Öffentlichkeit bekannt war, was aber schon öfter mal dargestellt worden ist. Wenn ich mir das anschaue, ist es eigentlich geradezu widersinnig und geradezu absurd, wenn ich den jetzigen Streit um die Verlängerung um die Laufzeit der Atomkraftwerke sehe.  
Vor diesem Hintergrund, aber nicht nur vor diesem, sondern weil völlig klar ist, dass diese Technologie nicht wirklich sicher gemacht werden kann, vor diesem Hintergrund wollen wir unsere Forderungen, die wir immer aufgestellt haben, nochmal deutlich bekräftigen: Eine Verlängerung der Laufzeit der Atomkraftwerke muss ausgeschlossen werden. Ich denke, dass die Bundesregierung sich dazu endlich auch verständigen muss.  
Wir müssen ganz andere Schwerpunkte setzen. Wir müssen den Schwerpunkt auf neue Energien und erneuerbare Energien setzen. Eine Laufzeitverlängerung würde – ich glaube, das dürfte auch Konsens sein – eigentlich dieser Konzentration auf das Thema erneuerbare Energien widersprechen und würde es auf die lange Bank schieben.  
Das Thema Energiepolitik ist ein zentraler Politikbestandteil dessen, was die Politik der LINKEN ausmacht. Ich glaube, dass die Energiepolitik eine zentrale Frage darstellt und deswegen auch das Thema erneuerbare Energien sehr wichtig ist. Vor diesem Hintergrund meine ich, dass jetzt endlich mal Schluss sein muss mit dem Streit um die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken und dass diese zu unterbleiben hat.
Danke.]]></content:encoded>
			<category>Nicht Startseite</category>
			<category>Press Statements</category>
			<category>Pressekonferenz</category>
			<category>Rentenkampagne</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 15:36:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Information des Geschäftsführenden Parteivorstandes</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/information-des-geschaeftsfuehrenden-parteivorstandes/</link>
			<description>Der Geschäftsführende Vorstand nahm auf seiner Beratung vom 2. August 2010 u.a. zu den...</description>
			<content:encoded><![CDATA[1. Aufgrund von Medienberichten sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Klaus Ernst bekannt geworden. In diesen Ermittlungen geht es um die notwendige Abgrenzung von mandatsbezogenen Reisekosten. Der Geschäftsführende Parteivorstand unterstützt Klaus Ernst in seinem Bemühen, diesen Vorgang zügig einer Klärung zuzuführen.
Der Geschäftsführende Parteivorstand betont, dass sich Klaus Ernst in keiner Weise persönlich bereichert hat. Versuche, dies zu unterstellen, weisen die Mitglieder des Geschäftsführenden Parteivorstandes zurück.
Der Geschäftsführende Parteivorstand verwahrt sich gegen Versuche der politischen Instrumentalisierung dieses Vorgangs gegen DIE LINKE. Die medialen Angriffe auf Klaus Ernst stellen Angriffe auf DIE LINKE dar, die es von sich zu weisen gilt.
2. Der Geschäftsführende Parteivorstand nimmt zur Kenntnis, dass es trotz klarstellenden Beschlusses des Parteivorstandes vom 4. Juli 2010 in der Partei weiterhin Diskussionsbedarf und Nachfragen bezüglich der Hauptamtlichkeit von Mitgliedern des Geschäftsführenden Parteivorstandes gibt.
Der Geschäftsführende Parteivorstand wird darum auf der geplanten gemeinsamen Beratung mit den Landesvorsitzenden bzw. LandessprecherInnen am 6. September 2010 darüber die Verständigung suchen und die vom Parteivorstand gefassten Beschlüsse zur Hauptamtlichkeit erläutern.
Zugleich betonen wir, dass keine Funktionsträgerin und kein Funktionsträger des Parteivorstandes, die hauptamtlich diese Funktion ausüben, anders vergütet werden, als die hauptamtlichen Mitglieder vorheriger Parteivorstände. Klaus Ernst wird nicht anders bezahlt oder höher vergütet als vorherige Parteivorsitzende.
An die Mitglieder und FunktionsträgerInnen der Partei richtet der Geschäftsführende Parteivorstand die Aufforderung, die Diskussion über die Hauptamtlichkeit von Parteifunktionen bzw. deren Vergütung nicht über die Medien auszutragen.]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 13:14:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>LINKE gegen Sozialkahlschlag</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/linke-gegen-sozialkahlschlag/</link>
			<description>Statement von Gesine Lötzsch, Vorsitzende der Partei DIE LINKE, auf der Pressekonferenz im Berliner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Einen schönen guten Tag. Ich möchte mich heute zu sechs Punkten äußern: erstens zu der aktuellen Diskussion um Hartz IV, zweitens zur Frage der Lohnentwicklung, drittens zur Frage Mindestlöhne in der Pflege, viertens zur Frage der Diskussion um die Rentengarantie, fünftens zur Frage Verfassungsschutz und sechstens zu den Diskussionen und Medienberichten um meinen Mitvorsitzenden Klaus Ernst.
Erstens zur Frage Hartz IV: Sie wissen alle, dass DIE LINKE Hartz IV ablehnt und wir Hartz IV überwinden wollen. Solange das nicht gelungen ist, schauen wir uns genau an, in welchen Schritten man Hartz IV überwinden kann. Wir sind der Auffassung, dass der Regelsatz auf 500,00 € angehoben werden muss. Sie wissen, dass die Sozialverbände auch eine deutliche Anhebung des Regelsatzes fordern, und zwar im Augenblick auf 420,00 €. Die entscheidende Frage ist aus meiner Sicht nicht, an welche Entwicklung – Inflationsentwicklung, Rentenentwicklung – wird der Hartz-IV-Satz gekoppelt, sondern die entscheidende Frage ist, ob es möglich ist, von diesem Satz ein menschenwürdiges Leben zu führen. Vor allen Dingen wie Kinder und Familien mit Kindern mit Hartz IV so leben können, dass auch die Kinder eine Chance für ihr Leben haben. Es ist mir wichtig, an der Stelle zu betonen, dass die Diskussion über das Verhältnis Hartz IV und Lohnabstandsgebot von den meisten anderen politischen Parteien vom falschen Ende aufgezäumt ist. Wenn wir endlich einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland hätten, dann hätten wir auch eine entsprechende Grenze, an der der Abstand von Arbeit und Hartz IV deutlich wird.
Im Augenblick ist Hartz IV so etwas wie eine Lohnuntergrenze. Unsere Forderung ist aber, endlich gesetzliche Mindestlöhne einzuführen. Im Zusammenhang mit der Hartz-IV-Diskussion fordern wir, dass die Streichung des Elterngeldes für alleinerziehende Hartz-IV-Empfänger gestrichen werden soll. Hartz-IV-Empfänger dürfen nicht benachteiligt werden. Das ist unsere klare Position. Nun gibt es viele Diskussionen darüber, ob Hartz-IV-Empfänger, die Kinder haben, genügend von ihrem Hartz-IV-Geld dafür verwenden, den Kindern auch Bildungsmöglichkeiten zu gewähren. Das unterstellt natürlich erst einmal, dass jeder, der Hartz IV empfängt, nicht gewillt und in der Lage ist, mit Geld umzugehen und nicht genügend für seine Kinder tun will. Das ist ein Menschenbild, was wir nicht teilen. Es gibt die Diskussion um Gutscheine und Chipkarten. Da scheint mir doch folgender Sachverhalt besonders bedenkenswert: Ich habe den Eindruck, dass hier eine neue Behörde aufgebaut werden soll, eine Bürokratie mit vielleicht ganz gut dotierten Beamtenstellen. Dieses Geld wäre besser verwendet, wenn es direkt den Kindern zur Verfügung gestellt würde. Natürlich gibt es Dinge, die in der Diskussion sind, die man unterstützen sollte. Ich finde z.B., dass ein kostenloses Mittagessen an Schulen unbürokratisch zu lösen wäre. Das würden wir selbstverständlich unterstützen, wenn so etwas umgesetzt würde. Die Lösung, die wir sehen, ist, dass wir nicht weiter zulassen dürfen, dass die Arbeitslosen die Krise mitbezahlen sollen und nicht die, die die Krise verursacht haben. Vermögen muss also wieder gerecht in Deutschland besteuert werden. Es darf nicht alles auf den Ärmsten der Armen abgelegt werden.
Zweitens zur Lohnentwicklung: Der Wirtschaftsweise Bofinger hat sich heute geäußert und gefordert, dass es in Deutschland mindestens drei Prozent mehr Lohn zur Stabilisierung der Konjunktur geben müsste. Das ist eine Forderung, die wir sehr sinnvoll finden. Im Augenblick wird sehr viel darüber diskutiert, dass wir einen Wirtschaftsaufschwung haben. Wir müssen uns genau anschauen, wo denn die positive Entwicklung herkommt. Da ist ganz klar festzustellen, dass der Aufschwung in Deutschland durch die Konjunkturprogramme in den Vereinigten Staaten von Amerika und in China stark vorangetrieben wird. Ich glaube nicht, dass diese Länder auf Dauer akzeptieren werden, dass wir auf Kosten ihrer Konjunkturprogramme leben. Das heißt, wir brauchen eine deutliche Erhöhung der Löhne. Wir brauchen dann natürlich auch kampfstarke Gewerkschaften, die dies durchsetzen. Und wir müssen darauf achten, dass Deutschland nicht nur auf den Export orientiert, sondern auch die Binnenkonjunktur gestärkt wird. Auch an dieser Stelle ist noch einmal zu betonen, dass die Forderung nach dem gesetzlichen Mindestlohn aktueller denn je ist.
Dritter Punkt, Mindestlöhne in der Pflege: In einigen Bereichen und Branchen werden nach und nach Mindestlöhne eingeführt. Das führen wir auch auf den politischen Druck der LINKEN, aber auch natürlich anderen Parteien und Gewerkschaften zurück. Allerdings, wenn wir uns die Beschlüsse anschauen, seit dem 01. August gelten Mindestlöhne in der Pflege, 8,50 € im Westen unseres Vaterlandes und 7,50 € im Osten. Ich bin sehr darauf gespannt, wie die Kanzlerin anlässlich der Feierlichkeiten „20 Jahre deutsche Einheit“ den Menschen erklärt, warum es immer noch unterschiedliche Mindestlöhne in Ost und West gibt. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit, aber es ist auch eine Frage der strukturellen Entwicklung in der Bundesrepublik, denn die schlechtere Bezahlung im Osten ist ja schließlich ein wesentlicher Grund dafür, dass immer mehr junge Menschen, leistungsfähige Menschen aus den ostdeutschen Bundesländern abwandern und es immer größere strukturelle und demographische Probleme im Osten gibt. Hier, in der Großstadt Berlin, bekommen wir das nicht so mit, aber viele von uns haben die Ferien genutzt, Berlin mal zu verlassen. Da kann man, wenn man nach Mecklenburg, nach Brandenburg fährt, diese negativen Auswirkungen sehr deutlich besichtigen.
Vierter Punkt zur Rentengarantie: Die Rentengarantie, über die jetzt kritisch diskutiert wird, ist nicht mehr als eine Notbremse – das muss man ganz deutlich sagen –, weil die Bundesregierung in den letzten zehn Jahren immer mehr dazu beigetragen hat, die Löhne zu drücken. Wir wissen, dass die Basis für gute Renten gute Löhne sind. Wenn die Löhne in unserem Land endlich wieder vernünftig steigen würden, so wie in anderen Ländern der Europäischen Union, dann würde man die Notbremse Rentengarantie nicht brauchen. Jetzt wird die Diskussion dazu genutzt, um sowohl die Löhne zu drücken als auch die Rentnerinnen und Rentner zu verunsichern, den Konflikt zwischen den Generationen zu schüren. Das halte ich für eine unverantwortliche Politik.
Fünfter Punkt, Verfassungsschutz: Am 21. Juli 2010 gab es eine Entscheidung beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Bodo Ramelow, der sich für unsere Partei quasi stellvertretend in die Bresche geworfen und eine Vielzahl von Prozessen geführt hat, ist zu dem Ergebnis gekommen, dass er gegen dieses Urteil von Leipzig vor dem Bundesverfassungsgericht klagen wird. Der Geschäftsführende Vorstand der Partei DIE LINKE hat gerade darüber beraten. Wir unterstützen die Position von Bodo Ramelow, und wir sind ihm dankbar, dass er diese öffentliche Auseinandersetzung führt. Wir werden genau überlegen, wie wir uns gemeinsam mit der Bundestagsfraktion und den Landtagsfraktionen gegen diese Überwachung mit geheimdienstlichen Methoden zur Wehr setzen. Ich finde, man muss da gar nicht ins Detail gehen, sondern kann ja eine sehr grundsätzliche Position dazu haben, warum es eigentlich diese Beobachtung durch einen Geheimdienst gibt. Ich sehe den Verfassungsschutz als Mittel missbraucht, die LINKE politisch zu diskreditieren. Es soll erreicht werden, dass Menschen daran gehindert werden, sich der LINKEN anzuschließen, sich öffentlich zu ihr zu bekennen oder Mitglied der LINKEN zu werden und öffentlich für sie zu wirken. Darum ist es für uns nur logisch, unsere Forderung zu wiederholen, dass endlich ein Ende der Überwachung unserer Partei durch den Verfassungsschutz beschlossen wird. Ich hoffe, dass die Klage von Bodo Ramelow, die dann von uns als Parteivorstand und natürlich auch von der Bundestagsfraktion unterstützt werden wird, deren ehemaliger Abgeordneter er ist, erfolgreich sein wird.
Sechster und letzter Punkt: Klaus Ernst wird in den Medien im Augenblick sehr stark beachtet. Aufgrund von Medienberichten sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin gegen Klaus Ernst bekannt geworden. Bei diesen Ermittlungen geht es um die notwendige Abgrenzung von mandatsbezogenen Reisekosten zu Reisekosten, die nichts mit dem Mandat zu tun haben. Wir unterstützen Klaus Ernst in seinem Bemühen, dass er möglichst zügig und möglichst viel gemeinsam mit den zuständigen Behörden zur Aufklärung beiträgt. Wichtig ist für mich, dass Klaus Ernst sich in keiner Weise persönlich bereichert hat – das hat ihm auch bisher noch niemand vorgeworden, aber ich will es noch einmal wiederholen. Wir erkennen natürlich auch, dass es Versuche gibt, diesen Vorgang politisch gegen Klaus Ernst, den Vorsitzenden der LINKEN, und DIE LINKE an sich zu instrumentalisieren. Wir als Vorstand haben Klaus Ernst unsere Solidarität ausgesprochen und wir hoffen, dass es gelingen wird, dass möglichst schnell alle Fragen geklärt sind. Sie können sich ja auch entsinnen und haben es auch selbst berichtet, dass Klaus Ernst deutlich gesagt hat: Sollte es dazu kommen, dass festgestellt wird, die Reisen, die als kritisch betrachtet werden, wären nicht mandatsbezogen, wird natürlich selbstverständlich alles dafür getan, dass es dort eine ordnungsgemäße Klärung auch der finanziellen Fragen gibt. Aber wichtig nochmal: Der Parteivorstand ist solidarisch mit Klaus Ernst. Klaus Ernst hat sich mit keinem Cent persönlich bereichert.
Dankeschön!]]></content:encoded>
			<category>Nicht Startseite</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 15:50:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kinder und junge Eltern als Zielobjekt des Sparens</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/kinder-und-junge-eltern-als-zielobjekt-des-sparens/</link>
			<description>Zum Auftakt des Aktionsprogramms der LINKEN gegen den schwarz-gelben Sozialkahlschlag, verlieh die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben uns hier und heute zusammengefunden, um einen Preis zu verleihen, dem ein harter Wettbewerb vorausgegangen ist. Der &quot;Preis für die größte Sparschweinerei&quot; darf mit Recht als Auszeichnung der Superlative verstanden werden. Denn das Teilnehmerfeld ist in diesem Jahr so groß wie noch nie. Die gesamte Bundesregierung hat sich daran beteiligt und ihre Beamtenschar um Vorschläge gebeten, hochrangige Kommissionen wurden eingerichtet. Jeder Konservative und Neoliberale, der auf sich hält, hat mit eigenen Ideen geglänzt. Und wir bekamen völlig neue, innovative, ja geradezu umwerfende Ideen und Vorschläge vorgeführt. Manch einem steht jetzt noch der Mund vor Verblüffung offen. Das Signal an die Öffentlichkeit: Es darf wieder experimentiert werden! Im Ringen um den Titel der &quot;größten Sparschweinerei&quot; hatte die Jury mehr als ein Filetstück zu beurteilen. Es ist mir eine Ehre, die größten Sparschweinereien zu prämieren.
Der 3. Preis geht an die Bundesfinanzminister Schäuble und Arbeitsministerin von der Leyen. Bei allen Vorschlägen auf Kosten von Hartz IV-Empfängern sticht eine besonders hervor. Die Arbeitsgruppe &quot;Standards&quot; der Gemeindefinanzkommission der Bundesregierung schlug vor, 25 Quadratmeter Wohnraum sollen genug sein für einen allein lebenden Hartz IV-Empfänger. Dieser Vorschlag hätte auch von Guido Westerwelle stammen können: Endlich wird Schluss gemacht mit den 45 qm-Palästen, in denen so manch spätrömisch-dekadente Orgie gefeiert wurde! Georg Büchners Losung: &quot;Krieg den Palästen!&quot; wird endlich Wirklichkeit! Dennoch hat Ursula von der Leyen, die dazu ganz schlau bemerkt: &quot;Die Voraussetzungen der Mietkosten sind sicher ganz unterschiedlich in der Innenstadt von München oder in der Uckermark.&quot; den 1. Preis verpasst. Denn wer ein wirklicher Sparfuchs ist, wäre schnell auf die Frage gekommen, warum man einem Hartz IV-Empfängern überhaupt eine Wohnung in München bezahlen soll, wenn der Staat sich mit Hartz IV-Empfängern in der Uckermark doch so viel besser sanieren kann.
Platz 2 geht an Gesundheitsminister Rösler. Auch er hatte seine Hand schon fast am Siegerpokal. In der Sonderwertung &quot;Leere Geldbörse/Arbeitnehmer&quot; liegt er mit der Erhöhung der Krankenkassenbeiträge ganz weit vorn! Allerdings ist ihm anzukreiden, dass Kreativität und Innovation zu wünschen übrig lassen. Eine einfache Beitragserhöhung zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kann wirklich nur als altbackener Vorschlag der Gesundheitspolitik verstanden werden. Mit welcher Eleganz hatte er doch erst wenige Wochen zuvor den Eindruck erweckt, er würde sich wirklich mit der Pharmalobby anlegen. Wir loben allerdings den Mut, den man aufbringen muss, um eine Gesundheitssystem, das man schon jetzt als 2-Klassen-Medizin beschreiben kann, noch weiter in eine soziale Schieflage zu bringen. Daher: Hut ab vor Minister Rösler-was immer noch angenehmer ist, als ein pauschales &quot;Kopf ab!&quot;
Aber nun ist es soweit! Es ist an der Zeit, den &quot;1. Preis für die größte Sparschweinerei&quot; zu vergeben. Schon allein das Kürzungsvolumen hat es in sich, denn wir reden hier von 600 Millionen Euro im Jahr. Und noch besser, noch kreativer und noch überraschender wird es, wenn wir sehen, wo diese 600 Millionen gekürzt werden. Nachdem es bei den Kürzungsvorschlägen der Vergangenheit Erwerbslosen, Rentnerinnen und Rentnern und chronisch Kranken an den Kragen gegangen ist, haben wir es hier mit einer Zielgruppe zu tun, an die sich die Politik bislang noch nicht herangewagt hat: Sie denken jetzt sicherlich, es ginge den Gewinnern und Profiteuren der Finanzmarktkrise an den Kragen.
Weit gefehlt: gekürzt werden soll bei jungen Familien, insbesondere denen mit den ganz geringen Einkommen! Welche überragende, perfide Idee, dass dieser Vorschlag von der Familienmisterin selbst kommt!
Der 1. Preis für die größte Sparschweinerei geht an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder! Das ist ein Applaus wert!
Sie hat sich nicht ablenken lassen von dem ganzen linksradikalen Geschrei nach Finanztransaktionssteuer, Vermögensabgabe, Millionärssteuer oder Finanzmarktregulierung. Sie bleibt ihrer strammen konservativen Gesinnung treu: Ministerin Schröder kehrt vor der eigenen Haustür!
Eben noch war sie ein weithin unbekanntes Nachwuchstalent im Kürzungsorchester. Aber mit dem Paukenschlag im Bereich des Elterngeldes hat sie sich den Platz in der ersten Reihe gesichert. Hier passt alles: Kürzen geht nicht besser! Kinder und junge Eltern als Zielobjekt des Sparens, dafür braucht man schon eine Menge Phantasie, da braucht man Chuzpe, da braucht man eben Kristina Schröder!
Und es braucht Mut. Denn es gibt ja genug Menschen in diesem Land, die der irrigen, sozialistischen, ja fast schon kommunistischen Auffassung aufgesessen sind, dass Kinder für soziale Ungerechtigkeit nicht in Haftung genommen werden dürften – und für die Spekulationen der Banken schon gar nicht. Doch Ministerin Schröder widersteht dieser üblen Hetze. Ja, Ministerin Schröder macht Schluss mit der sozialen Hängematte, an die Kindern von Hartz IV-Empfängern schon in der Wiege gewöhnt werden! Endlich dürfen auch unsere Jüngsten am Wettbewerb um den härtesten Ellenbogen teilnehmen – so sind sie für unsere hartherzige Ellenbogengesellschaft bestens gerüstet. Und sie lernen schon von klein an, wo ihr Platz in dieser Gesellschaft ist: ganz unten!
Dafür verleihen wir hiermit den &quot;1. Preis für die größte Sparschweinerei&quot; an die Familienministerin Kristina Schröder!]]></content:encoded>
			<category>Streichpaket2010</category>
			<category>Nachrichten</category>
			<category>Nicht Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 13:15:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Stärkung der Tarifmacht - notwendige Debatte steht aus</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/staerkung-der-tarifmacht-notwendige-debatte-steht-aus/</link>
			<description>Ein Kommentar von Michael Schlecht, MdB - Chefvolkswirt Fraktion DIE LINKE und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Bundesarbeitsgericht hat jüngst einen seit Jahrzehnten gepflegten Grundsatz aufgegeben: Den der Tarifeinheit. In einem Betrieb sollte nur ein Tarifvertrag Gültigkeit haben, auch wenn zwei Gewerkschaften zwei unterschiedliche Vereinbarungen ausgehandelt hatten. Nach bisheriger Rechtsprechung hatte immer der Tarifvertrag mit der &quot;spezielleren&quot; Regelung Vorrang, der den Eigenheiten des Betriebes am besten entsprach. <br /><br />Bislang gab es immer wieder Fälle, in denen diese Regelung zu massivem Lohndumping genutzt wurde. Besonders gerne haben Unternehmer, die durch einen Flächentarifvertrag gebunden waren, dem sogenannten christlichen Gewerkschaftsbund einen Haustarifvertrag geschenkt. Natürlich hatte dieser deutlich schlechtere Regelungen als der Flächentarifvertrag. Da er aber &quot;spezieller&quot; war, erhielt der Dumpingvertrag Vorrang vor dem Flächentarifvertrag. Mit der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes ist diesem Lohndumping der Boden entzogen worden. &quot;Insofern sollten die Gewerkschaften die Änderung der Rechtsprechung begrüßen,&quot; so der langjährige Vorsitzende der IG Medien, Detlef Hensche. Wir meinen: Recht hat er!<br /><br />Mit dem Fortfall der Tarifeinheit erhält jedoch die ohnehin bereits zu beobachtende Tendenz zur Aufsplitterung von Interessen und Belegschaften in einzelnen Betrieben oder Branchen Vorschub. Für gewerkschaftliches Handeln ist wichtig, dass sich die Stärkeren mit ihrer Durchsetzungsmacht zugleich für die Schwächeren einsetzten. Und es ging immer darum, dass Forderungen, Aktionen und Ergebnisse Verallgemeinerungsfähigkeit sind. Dass Fluglotsen, Ärzte, Piloten und Lokführer in den letzten Jahren für ihre Interessen eingetreten sind und gestreikt haben, ist ihr gutes Recht. Aber gleichzeitig auch hochproblematisch, weil sie ihre besondere Kampfkraft nur für sich und nicht gleichzeitig auch für die Krankenschwester, die Stewardess und den Zugbegleiter eingesetzt haben.<br /><br />Insbesondere vor diesem Hintergrund der Berufs- bzw. Branchengewerkschaften hat der DGB bereits vor dem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes mit dem Bundesverband Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) Verhandlungen für eine gemeinsame Positionierung geführt. Das Ergebnis: Der Gesetzgeber solle per Änderung des Tarifvertragsgesetzes das Prinzip der Tarifeinheit festschreiben. In einem Betrieb solle nur der Tarifvertrag gültig sein, der von der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern im Betrieb ausgehandelt wurde. Während der Laufzeit eines Tarifvertrages gilt in Deutschland die Friedenspflicht, das heißt es darf nicht gestreikt werden. Diese Friedenspflicht soll, so der DGB/BDA-Vorschlag auch für die Mitglieder der Minderheitsgewerkschaft gelten. <br /><br />Dieser Vorschlag ist innerhalb der Gewerkschaften und ihnen nahestehenden Arbeitsrechtlern auf heftige Kritik gestoßen. Gerade auch wegen der Einschränkung des Streikrechts. So lehnt die ver.di-Fachgruppe Verlage, Druck und Papier den Vorstoß rundweg ab. Auch in anderen DGB-Einzelgewerkschaften macht sich derzeit großer Unmut breit.<br /><br />Sicher, der Aufsplitterung von Interessen und Belegschaften in einzelnen Betrieben oder Branchen muss entgegengewirkt werden. Daher begrüßen wir eine Debatte darüber, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Ob hierfür eine Änderung des Tarifvertragsgesetzes der richtige Weg ist, muss sorgfältig geprüft werden. Jedoch: Ob berufsverbandlicher Absonderung durch gesetzliche Reglementierung beizukommen ist, erscheint zumindest sehr diskussionswürdig. In jedem Fall muss auch mitdiskutiert werden, wie durch politische Kooperation das Problem gelöst oder zumindest geregelt werden kann.<br /><br />Wir sind der Auffassung, dass die aktuelle Situation in einem breiten Diskurs genutzt werden sollte, um sich über die wachsenden Probleme gewerkschaftlicher Durchsetzungsmacht zu verständigen. DIE LINKE wird sich deshalb mit möglichst vielen Beteiligten in die Debatte einbringen, um eine eigene Positionierung zu finden. Dabei sollte dann auch in einem breitem demokratischen Prozess diskutiert werden, ob und welche gesetzlichen Initiativen sinnvoll sind. <br /><br />Einen Punkt können wir uns für DIE LINKE jedoch nicht vorstellen: Die Hand zu reichen für die Einschränkung des Streikrechtes. Für wen und für welche Organisation auch immer. Wir brauchen im Gegenteil die Ausweitung dieses Widerstandsrechtes, wir brauchten die definitive Klarstellung, dass auch ein politischer Streik in Deutschland legal ist!<br /><br />]]></content:encoded>
			<category>Streichpaket2010</category>
			<category>Tarifrunde 2010</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 09:57:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zum Tod von Luis Corvalán</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/zum-tod-von-luis-corvalan/</link>
			<description>Der frühere langjährige Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chiles, Luis Corvalán, ist am...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Liebe Genossinnen und Genossen, mit großer Trauer haben wir die Nachricht vom Ableben unseres Freundes und Genossen Luis Corvalán erhalten.
Wir kannten Don Lucho als unbeugsamen Revolutionär, der sich seit seiner Jugend für den Aufbau einer sozial gerechten und zutiefst demokratischen Gesellschaft  in seiner Heimat eingesetzt hat. Als überzeugter Internationalist stand er stets an der Seite der für ihre soziale  und politische Befreiung kämpfenden Völker Lateinamerikas und der Welt.
Luis Corvalán stand mehr 30 Jahre als Generalsekretär an der Spitze Eurer Partei und konnte ebenfalls auf eine erfolgreiche Arbeit als Parlamentarier zurückblicken. Während der langen Jahre der Pinochet-Diktatur war er für viele Menschen auch in Deutschland eine Symbolfigur des unbeugsamen Widerstandes. Seine Befreiung aus der Einkerkerung war eines der Hauptanliegen einer breiten Solidaritätsbewegung mit dem brutal abgewürgten Projekt eines neuen und besseren Chile.
Wir bekunden Euch, liebe Genossinnen und Genossen, und besonders der Familie Luis Corvaláns, unsere tiefe Anteilnahme an diesem schmerzlichen Verlust und bekräftigen - sicherlich ganz im Sinne unseres uns immer in Erinnerung bleibenden Freundes - die Solidarität und Verbundenheit mit Eurer Partei und dem chilenischen Volk in seinem Kampf um der Durchsetzung der Ideale und Träume Allendes und Corvaláns.]]></content:encoded>
			<category>International</category>
			<category>Nachrichten</category>
			<category>Nicht Startseite</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 14:50:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kommt jetzt der Aufschwung?</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/kommt-jetzt-der-aufschwung/</link>
			<description>In vielen Betrieben wird wieder in die Hände gespuckt. Vor allem bei den Automobilbauern türmen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[In vielen Betrieben wird wieder in die Hände gespuckt. Vor allem bei den Automobilbauern türmen sich die Aufträge. Daimler, Audi und BMW fahren Sonderschichten. Besonders beim Daimler brummt das Geschäft. Die chinesischen Millionäre sind eben scharf auf die S-Klasse. Wirtschaftsminister Brüderle verkündet im Bundestag schon mal das Ende der Krise. Und die Medien überschlagen sich mit Erfolgsmeldun-gen über die gute Stimmung unter deutschen Managern. Stehen wir am Beginn eines neuen Aufschwungs? Ist die Einschätzung der Regierung richtig, dass man spätestens zum 1. Januar 2011 aus konjunkturstützenden Maßnahmen aussteigen kann und nun die Haushalte sanieren sollte?<br /><br />Download des gesamten Textes als <link fileadmin/download/nachrichten/2010/100720_schlecht_aufschwung.pdf - download "Leitet Dateidownload ein">PDF-Datei (578 kB)</link>]]></content:encoded>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 12:53:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Schwarz-Gelb ist jetzt am Ende</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/schwarz-gelb-ist-jetzt-am-ende/</link>
			<description>Statement von Klaus Ernst, Vorsitzender der Partei DIE LINKE, auf der Pressekonferenz im Berliner...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Guten Tag. Ich möchte mich zu drei Themen äußern. Zunächst zum Rücktritt von Ole von Beust in Hamburg. Aus unserer Sicht ist Schwarz-Gelb jetzt am Ende. Sein Rücktritt hinterlässt zwei Verlierer, Schwarz-Gelb und Schwarz-Grün:
Schwarz-Grün ist nach dem Rücktritt von Beust gefühlt am Ende. Die Vorgänge rund um den Rücktritt zeigen, dass die Vertrauensbasis unter den Koalitionären schwer gestört ist. Die Grünen stehen jetzt vor einer bundesweiten Richtungsentscheidung. Sie müssen sich jetzt entscheiden: Wollen sie weiter an der Seite der CDU kleben bleiben und sich einige Rosinen herauspicken, oder wollen sie einen Politikwechsel. Die Politik der nach allen Seiten offenen Beliebigkeit ist gescheitert. Wenn der Volksentscheid in Hamburg nicht das Ende des Kampfes für längeres gemeinsames Lernen markieren soll, dann müssen die Grünen die CDU in die Wüste schicken.
Ein Politikwechsel geht – aus unserer Sicht - nicht mit der CDU, die sich unter dem Konservativen Ahlhaus schnell von der Schulreform verabschieden wird. Die Grünen müssen jetzt schnell einen Klärungsprozess beginnen. Die Menschen wollen schließlich vor den nächsten Wahlen wissen, ob bei Grün Schwarz drin ist. Neuwahlen wären die beste Lösung für Hamburg.
Einige Worte zum Scheitern der Primarschule durch den Volksentscheid. Das bedauern wir sehr. Aber wir respektieren das Ergebnis. DIE LINKE ist die Partei, die sich immer sehr deutlich für die Abstimmung durch Bürgerinnen und Bürger selbst ausgesprochen hat. Für uns ist das nicht das Ende des Kampfs für längeres gemeinsames Lernen. Das ist und bleibt der richtige Weg. Im Übrigen ist das Ergebnis in Hamburg auch dem geschuldet, dass große Teile derer, die für längeres gemeinsames Lernen eingetreten sind, gar nicht mitstimmen durften. Das sind zum Beispiel Migrantinnen und Migranten, die bei dieser Frage nicht abstimmungsberechtigt waren, den ein anderes Ergebnis aber zu Gute gekommen wäre.
Längeres gemeinsames Lernen bleibt unser Kernthema auch in den kommenden Wahlkämpfen – zum Beispiel in Sachsen-Anhalt und Bremen. Das längere gemeinsame Lernen bleibt unsere Messlatte für die Bildungspolitik in den Ländern. Zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, wo bald ähnliche Richtungsentscheidungen anstehen.
Ein bundespolitisches Wort auch dazu: Es zeigt sich immer mehr, dass SPD und CDU/CSU bei der Föderalismusreform einen schweren Fehler gemacht haben, als sie die Bildungspolitik komplett in Länderhand gegeben haben und den Bund durch das Kooperationsverbot ausgeschlossen haben. Wir müssen etwas gegen den Flickenteppich in der Bildungslandschaft tun. Bundesweite Standards wären auch nicht viel mehr als der Anschluss an europäische Normalität.
Zweites Thema ist Nordrhein-Westfalen: In Nordrhein-Westfalen ist in der letzten Woche die Abwahl von Schwarz-Gelb geglückt. Das freut uns natürlich sehr. Es muss an dieser Stelle daran erinnert werden, wem Frau Kraft es zu verdanken hat, dass sie heute Ministerpräsidentin ist. Rot-Grün hat den Machtwechsel nicht aus eigener Kraft geschafft, sondern weil die Linke ihre Zusagen eingehalten hat und sich im zweiten Wahlgang geschlossen enthalten hat. Höflich erzogene Menschen würden in so einer Situation wenigstens mal Danke sagen. Es ist mehr als ungezogen, dass die SPD-Führung von dieser Tatsache jetzt ablenken will, indem sie uns Etiketten wie &quot;unberechenbar&quot;, &quot;fundamentaloppositionell&quot;, &quot;gespalten&quot; an den Hals hängt. So entsteht kein Vertrauen.
Fakt ist: Frau Kraft ist dank unserer Geschlossenheit und Zuverlässigkeit Ministerpräsidentin geworden. Wie lange sie das bleibt, hängt von ihr selbst ab. Es liegt in ihrer Hand, ob sie drei oder zwei Parteien als Opposition gegen sich hat. Unsere Hand für eine Kooperation bleibt ausgestreckt. Wenn Frau Kraft ihre Regierung stabilisieren will, dann sollte sie diese Hand ergreifen. Sie wäre gut beraten, ihre Gesetzgebungsvorhaben vorab mit uns zu beraten, anstatt jedes Mal neu nach Mehrheiten zu suchen. Das ist keine neue Qualität der Demokratie. Das sind chaotische Verhältnisse, die niemand wollen kann.
Dies auch zur Klarstellung unserer Forderung, dass die Beobachtung der LINKEN durch den Verfassungsschutz in NRW eingestellt werden soll. Das ist kein Junktim: Es geht um eine Selbstverständlichkeit. Man kann nicht bei einer Partei gleichzeitig um Stimmen für die demokratische Gesetzgebung werben, wenn man sie gleichzeitig durch den Geheimdienst beobachten lässt. Entweder wir sind Verfassungsfeinde, oder wir sind Partner für die Verabschiedung verfassungsgemäßer Gesetze. Das ist ein Widerspruch, auf den ich hinweisen möchte. Wir fordern ein Ende der Unkultur, dass der Verfassungsschutz für politische Zwecke instrumentalisiert wird.
Ein Wort zu Herrn Gabriel und seinen nicht abreißenden Beschimpfungen gegen unsere Partei: Ich kann Herrn Gabriel nur raten, endlich im Fünf-Parteien-Systems anzukommen. Es wird ihm nicht gelingen, die Linke weg- oder kaputt zu reden. Die SPD muss ihr Verhältnis zur Linken endlich entkrampfen, wenn sie strategisch aus der Defensive heraus kommen will. Es ist eine Tragik, dass dieses Land keine Regierungschefin hat, die führt, aber leider eben auch keinen Oppositionsführer, der die Gegenkräfte eint. Herr Gabriel spaltet sie eher. Herr Gabriel ist im Moment die Lebensversicherung von Frau Merkel. Würde er die Opposition einigen, hätte er eine Chance, seiner Rolle gerecht zu werden und politische Veränderungen einzuleiten.
Ich verlange von der SPD eine Klärung ihres Verhältnisses zur Linken. Das betrifft mehrere Fragen: Wem steht die SPD näher? Den Sozialabbauparteien CDU, CSU und FDP oder der Linken. Sozialabbau oder Politikwechsel lautet diese Richtungsentscheidung. Ist die SPD bereit, in einer rot-roten Regierung einen linken Ministerpräsidenten zu wählen, wenn die Linke die stärkere Kraft ist, wie es demokratische Spielregel ist?
Wie ist die Haltung der SPD zu einer Minderheitsregierung im Bund? Kalkuliert sie dieses Abenteuer in ihre Überlegungen ein, wie Parteichef Gabriel sagt, oder ist das &quot;Quatsch&quot;, wie Fraktionschef Steinmeier sagt?
Ist die SPD bereit, in wichtigen Fragen eine gemeinsame Haltung der Oppositionsparteien zu befördern, um Schwarz-Gelb auf Kernfeldern Niederlagen beizubringen?
Zu einem letzten Thema: Gesundheitspolitik und was DIE LINKE vorhat. Die letzte der obigen Fragen wird bereits im Herbst sehr konkret. Der schwarz-gelbe Gesundheitskompromiss liegt auf dem Tisch. Er bedeutet im Wesentlichen: die Versicherten müssen sofort erhebliche Mehrbelastungen tragen und sollen künftig alle Kostensteigerungen im Gesundheitswesen allein tragen. Die nach oben offenen Zusatzbeiträge sind eine Kopfpauschale durch die Hintertür. Der Beitrag der Arbeitnehmer steigt auf 8,2 Prozent, rechnet man die möglichen Zusatzbeiträge von 2 Prozent hinzu, ist man bei möglichen 10 Prozent Beitrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Der Sozialausgleich ist ein bürokratisches Monstrum, das Millionen unverschuldet zu Bittstellern des Staates macht.
Wir haben sehr einfache kurz- und langfristige Alternativen. Kurzfristig stellen wir gegen den schwarz-gelben Gesundheitskompromiss unsere Forderung nach einer Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge. Wenn auch die Arbeitgeber einen Beitragssatz von 7,9 Prozent statt jetzt 7,0 Prozent zahlen müssten, dann brächte das dauerhaft knapp 10 Milliarden Euro jährliche Mehreinnahmen für die Krankenkassen. Wenn das nicht ausreicht, um die Defizite zu decken, dann sollte es ein Sonderopfer der Arbeitgeber, also einen zeitlich befristeten Zusatzbeitrag geben, den die Arbeitgeber allein tragen.
Langfristig wollen wir die Krankenkassen durch die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung auf stabile finanzielle Füße stellen. Die funktioniert nach einem einfachen Prinzip. Alle sind versichert. Alle – also auch Beamte, Bundestagsabgeordnete, Manager und Millionäre – zahlen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit, also ihres Einkommens ein und erhalten eine zuzahlungsfreie und verlässliche medizinische Versorgung.
Wir wollen die Gesundheitspolitik zu einem Aktionsschwerpunkt im Sommer und im Herbst machen. Wir haben unsere Positionen in einem Positionspapier zusammen gefasst und machen damit ein Diskussionsangebot, das sich an unsere eigenen Mitglieder und Aktiven, aber ausdrücklich auch an alle anderen Parteien und Verbände richtet. Wir stehen zu unserem Vorschlag: mit einem breiten Bündnis für soziale Gerechtigkeit im Gesundheitswesen kann es uns gelingen, die schwarz-gelben Pläne zu stoppen.
Wir werden im Sommer mit ersten Aktionen gegen die schwarz-gelben Gesundheitspläne unter dem Motto &quot;Gesundheit ist keine Ware&quot; beginnen. Jetzt ist die Zeit der Aufklärung und Mobilisierung. Unsere Aktiven werden mit Plakaten vor Krankenhäusern, Arztpraxen und Gesundheitszentren präsent sein und auf die Menschen zugehen, um sie über die dramatischen Folgen der schwarz-gelben Pläne und unsere Alternativen aufzuklären. Das ist erst der Beginn der Aktionen. Im Herbst muss sich die Regierung auf massive Proteste einstellen, an denen sich DIE LINKE beteiligen wird.]]></content:encoded>
			<category>Nicht Startseite</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 12:24:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Heißer Herbst - auch im Parlament?</title>
			<link>http://die-linke.de/nc/die_linke/nachrichten/detail/artikel/heisser-herbst-auch-im-parlament/</link>
			<description>Von Michael Schlecht, MdB, Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE</description>
			<content:encoded><![CDATA[Seit 2008 sind die Staatsschulden um 180 Milliarden Euro angestiegen. Rund 100 Milliarden gehen auf das Konto der Bankenrettung. Bei Angela Merkel ist keine Rede davon, die Kosten bei den Banken, Spekulanten und Reichen zu kassieren. Dabei haben sie schon in den letzten zehn Jahren mehr als 300 Milliarden an Steuergeschenken erhalten.<br><br>Bezahlen sollen vor allem Erwerbslose. Und im öffentlichen Dienst werden 15 000 Stellen vernichtet. 80 Milliarden Euro will Merkel bis 2014 wegstreichen. Und ab 2012 beginnt die Einführung der Rente mit 67, die faktisch zu einer Kürzung der Rente führt. Bei vielen Beschäftigen geht das Lohndumping weiter. Trotzdem müssen steigende Beiträge zur Krankenversicherung gezahlt werden. In Zukunft müssen Beschäftige und Rentner Zusatzbeiträge alleine tragen - faktisch kommt die Kopfpauschale durch die Hintertür. Und die Städte und Gemeinden bluten aus. 2010 werden ihnen 15 Milliarden fehlen.<br><br>Der jetzt angedrohte Sozialabbau wäre überflüssig, wenn die Regierung Reiche und Vermögende zur Kasse bittet. Allein mit der Millionärssteuer wären Mehreinnahmen von 80 Milliarden Euro möglich. Weshalb nicht Vermögen von mehr als einer Million Euro mit fünf Prozent besteuern? Mit weiteren Schritten könnten insgesamt 160 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse sprudeln. Statt den Ärmsten der Armen in die Tasche zu greifen, wäre dann auch mehr und bessere Bildung, ein Ausbau der Infrastruktur und der ökologische Umbau möglich.<br><br>Ob Merkels Angriff abgewehrt werden kann, ob sogar ein Politikwechsel möglich ist, entscheidet sich am wenigsten im Parlament. Widerstand in den Betrieben und auf der Straße ist angesagt. Erst wenn die Straße kocht, erst wenn im Herbst in vielen Städten Hunderttausende aufstehen, dann verändert sich das politische Klima.<br><br>Chancen für einen heißen Herbst bestehen. Der DGB hat beschlossen vom 24. Oktober bis 13. November Aktionswochen durchzuführen. In den Betrieben und auf der Straße. Am 13. November wird es an mehreren Orten dezentrale Demonstrationen geben. Bereits jetzt im Juli beginnen vielerorts vorbereitende Funktionärskonferenzen. Sozialverbände, Kirchen, attac und andere Gruppen der sozialen Bewegung werden dies unterstützen. Auch die LINKE wird die eigene Mitgliedschaft mobilisieren. Es bleibt zu hoffen, dass auch SPD und Grüne ihre Anhängerschaft in Stellung bringen. Damit eine wirklich breite, machtvolle Bewegung entsteht. Dann besteht die Chance auch im Parlament einer schwarz-gelben Regierung in den Arm zu fallen.<br><br>Dafür ist ein Widerstandsbündnis der Opposition notwendig. Nicht nebensächliche Streitereien etwa darüber, ob die LINKE den Neo-Konservativen Joachim Gauck bei der Präsidentenwahl hätte wählen sollen. Viel wichtiger ist, ob und wieweit sich SPD und Grüne von Agenda 2010 und Rente mit 67 verabschieden. Dabei muss vor allem die SPD Interesse an ihrer Vergangenheitsbewältigung haben. Das Widerstandbündnis der Oppositionsparteien ist der Resonanzboden im Parlament und kann den Menschen vor Ort Mut machen und die Proteste befördern. Deshalb müssen auch die Gewerkschaften an einem derartigen Bündnis Interesse haben.<br><br>]]></content:encoded>
			<category>Steuerdebatte2010</category>
			<category>Streichpaket2010</category>
			<category>Nachrichten</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 10:31:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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