
"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!" - Hinweise und Tipps für Hartz IV-Betroffene
Die Fraktion DIE LINKE. im Deutschen Bundestag setzt sich parlamentarisch und außerparlamentarisch für die Überwindung von Hartz IV ein. Mit dieser Handreichung möchten wir unter anderem darüber informieren, wie Sie sich rechtlich zur Wehr setzen können, welche Ansprech- partnerInnen es auf lokaler Ebene gibt, oder wie eine effektive Öffentlichkeits- arbeit gegen Hartz IV koordiniert werden könnte.
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Hartz IV – Das ist Armut per Gesetz. Diese Seite gibt Ihnen Informationen über die aktuellen Positionen der Partei DIE LINKE. Oder sind Sie selbst betroffen von Hartz IV? Wir stehen Ihnen bei und unterstützen Sie vor Ort bei anfallenden Fragen.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 haben SPD und Grüne die Arbeitslosenhilfe abgeschafft und durch eine sogenannte Grundsicherung für Arbeitsuchende, besser bekannt als Hartz IV abgelöst. Hartz IV erfasst alle erwerbsfähigen Personen und diejenigen, die mit ihnen in einem gemeinsamen Haushalt leben, sofern sie arbeitslos und/ oder bedürftig sind. Ein großer Teil der früheren SozialhilfebezieherInnen erhält jetzt ebenfalls Hartz IV-Leistungen. Im Jahr 2008 erhielten fast sieben Millionen Menschen Hartz IV-Leistungen, davon etwa fünf Millionen Erwachsene und fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche.
Hartz IV ist Armut und Ausgrenzung per Gesetz. Der Regelsatz von 359 Euro im Monat ist zu niedrig. Millionen Betroffene können damit nicht mehr am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben. Besonders häufig trifft es Menschen ohne Ausbildung, alleinerziehende Mütter und ältere Arbeitssuchende. Älteren Erwerbslosen, die keine realistische Aussicht auf Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt haben, droht ein massiver sozialer Absturz. Hartz IV bedeutet den Rückzug des Staates aus seiner sozialen Verantwortung. Stattdessen sollen sich Familie und Lebenspartner um die Betroffenen kümmern: So werden arbeitslose Jugendliche gezwungen, weiter bei ihren Eltern zu wohnen; zusammenlebende Menschen werden ausspioniert, ob sie eine eheähnliche Gemeinschaft darstellen.
Hartz IV zwingt Menschen durch die Maxime „Jede Arbeit ist zumutbar“ in den Niedriglohnsektor. Damit subventioniert der Staat ausbeuterische Arbeitgeber, die schlechte Löhne zahlen – fast 1,2 Millionen Menschen beziehen Hartz IV, weil ihr Lohn nicht zum Leben reicht. Hartz IV ist ein sozialpolitischer Holzweg – er drängt Menschen in Ein-Euro-Jobs, statt ihnen eine berufliche Perspektive zu eröffnen.
Für DIE LINKE ist Arbeitslosigkeit vor allem auf fehlende Arbeitsplätze zurückzuführen. Hartz IV dagegen stellt Erwerbslose unter den Generalverdacht, nicht arbeiten zu wollen. Diese Sichtweise lehnen wir ab. Es mangelt an guter Arbeit, nicht am Willen zu arbeiten.
Hartz IV mit einer bedarfsdeckenden sozialen Mindestsicherung überwinden – Beschluss der Bundestagsfraktion vom 27. Januar 2009 mehr
Überwindung von Hartz IV / Grundsicherungskonzept der LINKEN - Beschluss des Parteivorstandes vom 13. Oktober 2007 mehr